Die Erklärung des Bundespräsidenten zu den Pariser Anschlägen:

"Die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben"

Bundespräsident Joachim Gauck hat Frankreich nach den Attentaten von Paris seine tiefe Anteilnahme ausgesprochen. Seine Erklärung vom Samstagvormittag im Wortlaut:

Joachim Gauck zeigt sich tief erschüttert anlässlich der Geschehnisse vom 13.11.2015.
Gregor Fischer Joachim Gauck zeigt sich tief erschüttert anlässlich der Geschehnisse vom 13.11.2015.

"Europa hat eine Nacht der Schrecken erlebt. Und wieder hat es die Menschen in Paris getroffen. Frankreichs Herz war das Ziel der Menschenfeinde. Wieder sind es Franzosen, die unschuldige Opfer geworden sind. Ganz Frankreich trauert, und diese Trauer macht am Rhein nicht Halt. Sie hat uns alle erfasst.

Selten habe ich eine solche Nähe zu unseren französischen Nachbarn empfunden wie in dieser Nacht. Und ich bin mir ganz sicher: Unzählige Deutsche sind in tiefem Schmerz mit den Menschen in Frankreich verbunden.

Als ich Präsident Hollande meine Beileidsworte übermittelt habe, standen mir die ermordeten Opfer und die Schmerzen der Verletzten vor Augen. Wir Deutsche trauern mit den Familien der Getöteten. Wir trauern mit Frankreich.

Aber zugleich muss uns bewusst werden: Aus unserem Zorn über die Mörder müssen Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft werden. Auch dabei stehen wir an der Seite der Franzosen.

Europas Werte und Europas Freiheit sind in der Geschichte von machtvollen Feinden angegriffen worden. Dennoch ist unser Europa ein Bollwerk der Demokratie und der Menschenrechte. Auch die brutalen Angriffe islamistischer Terroristen vermögen dies nicht zu ändern.

Es ist wahr: Die vergangene Nacht hat uns tief erschüttert. Wir sind in dieser Nacht unseren Ängsten begegnet, und wir sind voller Trauer. Aber die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben. Diese Nacht wird nicht das letzte Wort haben.

Wir werden in den kommenden Tagen und auch in den kommenden Nächten mit unserem Verstand, mit unseren Herzen und mit unserer Entschlossenheit verteidigen, was unsere französischen Freunde einst ins politische Leben Europas gerufen haben: Liberté, Egalité, Fraternité."