NS-Kriegsverbrecher:

Erich Priebke auf Gefängnisfriedhof in Italien bestattet

Der SS-Offizier Priebke wurde in Italien beigesetzt. Um das Begräbnis hatte es wochenlang Streit gegeben.

NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke
dpa/Archiv NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke

Der im Oktober in Rom gestorbene NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke ist einem Medienbericht zufolge auf dem Friedhof eines Gefängnisses in Italien beigesetzt worden. Sein Grab sei mit einem Holzkreuz mit einer Nummer ohne Namen oder Datum gekennzeichnet, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Donnerstag.

Der genaue Ort sei weiter geheim. Nur Priebkes Familie kenne die Nummer des Grabes. Damit solle auch verhindert werden, dass es zu einer Pilgerstätte für Neonazis werde.

Um das Begräbnis des früheren SS-Offiziers hatte es wochenlang Streit gegeben, nachdem er im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben war. Sowohl Priebkes langjähriger Wohnort Bariloche in Argentinien als auch sein Geburtsort Hennigsdorf in Brandenburg hatten eine Bestattung abgelehnt. Nach Angaben der Zeitung wurde der Friedhof des Gefängnisses nach tagelangen Beratungen für die Bestattung ausgewählt, auch weil er vor Überfällen geschützt sei. Zuvor sei auf dem Friedhof mehr als 20 Jahre lang niemand mehr bestattet worden.

Priebke war 1944 an einem der schlimmsten Nazi-Massaker während des Zweiten Weltkriegs in Italien beteiligt, bei dem in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom 335 Zivilisten getötet wurden. Er hatte bis zu seinem Tod keine Reue gezeigt.

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