Milliardenhilfe für die Nachbarschaft:

EU-Gipfel legt Streit über Flüchtlingskrise bei

Die Europäer wollen ihre Spaltung in der Flüchtlingskrise überwinden. Der Krisengipfel ist dafür ein bescheidener Anfang. Mit Milliardenhilfen soll die Nachbarschaft der zerstrittenen Union befriedet werden.

Flüchtlingslager
Uwe Anspach Die Flüchtlingskrise sorgt für Kopfzerbrechen unter den Politikern. Durch einen Krisengipfel konnten Streitigkeiten erstickt werden.

Die EU-Staaten haben bei einem Krisengipfel ihren wochenlangen Streit über den Kurs in der Flüchtlingspolitik vorerst beigelegt. Die Spannungen seien zwar nicht verschwunden, hätten aber bei dem Spitzentreffen nicht wirklich eine Rolle gespielt, resümierte der französische Staatspräsident François Hollande am frühen Donnerstagmorgen nach rund siebenstündigen Beratungen in Brüssel. Die EU-Staaten hatten sich erst unmittelbar vor dem Gipfel nach langen Auseinandersetzungen auf die Verteilung von weiteren 120 000 Flüchtlingen geeinigt. Dabei wurden Rumänien, Tschechien, die Slowakei und Ungarn überstimmt.

Im größten Flüchtlingsdrama seit dem Zweiten Weltkrieg nehmen die Europäer nun Milliarden in die Hand, um der Lage zu begegnen. Mit dem Geld wollen sie ihre gemeinsamen Außengrenzen besser sichern und schutzbedürftigen Menschen in Krisengebieten helfen.

Die EU gibt eine Milliarde Euro zusätzlich zur Versorgung syrischer Flüchtlinge in Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes. Das Geld soll etwa an das UN-Welternährungsprogramm WFP und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR fließen. Dem WFP fehlt Geld; die Organisation musste ihre Unterstützung für Flüchtlinge kürzen, was teilweise zu Engpässen in Lagern führte. Der EU-Sondergipfel beschloss auch, bis Ende November in Italien und Griechenland Registrierungszentren ("Hotspots") für Flüchtlinge einzurichten. Nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch Bulgarien seine Bereitschaft erklärt, einen solchen «Hotspot» einzurichten.