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EU-Richtlinie bedroht Manufaktur Meißen

Eine geplante EU-Richtlinie könnte das Aus für einen Teil der Produktion bei der Porzellan-Manufaktur Meißen bedeuten.

Die Herstellung von Geschirr macht etwa die Hälfte der Produktion der Porzellan-Manufaktur Meißen aus.
Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa Die Herstellung von Geschirr macht etwa die Hälfte der Produktion der Porzellan-Manufaktur Meißen aus.

Die in einer EU-Richtlinie geplante Verschärfung der Grenzwerte für Cadmium und Blei könnte Unternehmen wie die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen in Schwierigkeiten bringen. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, plant die Brüsseler Generaldirektion Gesundheit, die Keramikrichtlinie aus dem Jahr 1984 zu überarbeiten.

Unter anderem soll der Wert für Blei auf ein Vierhundertstel der bisherigen Obergrenze reduziert werden. Blei und Camium können in Farben enthalten sein, die bei der Herstellung von Porzellan zum Einsatz kommen. Dass die Grenzwerte für Blei und Cadmium gesenkt werden sollen, ist seit längerem bekannt.

Ein Stück Kulturgut

„Das wäre das Aus für unsere Aufglasurmalerei im Bereich Tisch und Tafel”, sagte Meißen-Sprecherin Sandra Jäschke. Damit würde Meißen ein Stück Kulturgut verlieren. Die Aufglasurmalerei sei auch Teil der Ausbildung der Porzellanmaler. Die Herstellung von Geschirr mache etwa die Hälfte der Produktion von Meißen aus.

Allerdings gibt es auch Malerei unter der Glasur, bei der Lebensmittel nicht direkt mit Farbe in Kontakt kommen. Als Beispiel nannte die Sprecherin das Zwiebelmuster. Meißen hofft nun auf eine Ausnahmeregelung für die betroffenen Manufakturen. Denkbar wäre auch, das Geschirr mit Warnhinweisen zu versehen, sagte Jäschke.