Flüchtlingskrise:

Europas Staaten schieben die Verantwortung weiter

"Wir schaffen das", hat die Bundeskanzlerin gesagt. Im Südosten von Europa ist man sich da nicht so sicher. Nachdem Ungarn seine Grenze dicht gemacht hat, drängen die Flüchtlinge jetzt nach Kroatien.

Ungarn hat seine Grenzen zu Serbien dicht gemacht. Einige Flüchtlinge versuchen dennoch mit allen Mitteln über diesen Weg in die EU zu gelangen.
EPA/Sandor Ujvari Ungarn hat seine Grenzen zu Serbien dicht gemacht. Einige Flüchtlinge versuchen dennoch mit allen Mitteln über diesen Weg in die EU zu gelangen.

Die Flüchtlingskrise entwickelt sich zu einer immer größeren Belastungsprobe für Europa. Nach Deutschland und Österreich kündigte am Donnerstag auch Slowenien die Wiedereinführung von Grenzkontrollen an. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder kommen am nächsten Mittwoch zu einem Flüchtlings-Sondergipfel zusammen. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk mit.

Kroatien mit ankommenden Flüchtlingen überfordert

Nach der Abriegelung der ungarischen Grenze drängten Tausende Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Westen in das EU-Mitgliedsland Kroatien. Nachdem Ungarn am Dienstag die Grenze zu Serbien dichtgemacht hatte, trafen bis zum Donnerstag nach Angaben des kroatischen Innenministeriums 7300 Menschen ein. Kroatiens Gesundheitsminister Sinisa Varga rechnet mit weiteren 20.000 Flüchtlingen innerhalb der nächsten zwei Wochen. Zahlreiche Menschen wurden den Angaben zufolge von Bussen auf der serbischen Seite der Grenze abgesetzt. Sie überquerten diese dann zu Fuß.

Am späten Donnerstagabend teilte das kroatische Innenministerium mit, dass sieben Grenzübergänge zu Serbien vorläufig geschlossen werden. Der Grenzübergang Bajakovo-Batrovci auf der Schnellstraße Belgrad-Zagreb war demnach von der Schließung ausgenommen.

Lettland lehnt verbindliche Quote ab

Vor dem für kommenden Mittwoch geplanten EU-Sondergipfel ist bereits ein Krisentreffen der Innenminister angesetzt. Anfang der Woche hatten sich die EU-Innenminister zwar im Grundsatz auf die Verteilung zusätzlicher 120.000 Flüchtlinge in Europa geeinigt. Unklar blieb aber bisher, welches Land wie viele Menschen nimmt. Die lettische Regierung stimmte am Donnerstagabend der Aufnahme der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Zahl von 526 Flüchtlingen zu. Eine verbindliche Quote lehnt das Land aber weiterhin ab.

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