Insolvenz der P+S Werften:

Fast 1000 Werft-Arbeiter werden arbeitslos

Lange haben die früheren P+S-Schiffbauer gehofft – doch nun bleibt ihnen der Schritt in die Arbeitslosigkeit nicht erspart. In zwei Tagen läuft die Transfergesellschaft aus.

Ein Investor für das Unternehmen in Stralsund konnte bislang nicht gefunden werden.
             
Stefan Sauer Ein Investor für das Unternehmen in Stralsund konnte bislang nicht gefunden werden.  

Die Pleite der vorpommerschen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast schlägt jetzt mit voller Wucht auf den Arbeitsmarkt durch. Knapp 1000 Mitarbeiter der P+S-Transfergesellschaft haben sich zum 1. November arbeitslos gemeldet. Nach Angaben der zuständigen Arbeitsagenturen sind im Bereich Stralsund von November an 686 ehemalige P+S-Arbeiter arbeitslos gemeldet, im Bereich Wolgast/Greifswald weitere 291.

„Es ist sehr schade und tragisch für die Betroffenen, dass es bis zum Ende der Transfergesellschaft nicht gelungen ist, für die Werft in Stralsund einen Investor zu finden“, sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke. Die P+S-Werften mit einst 1750 Mitarbeitern hatten Ende August 2012 wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragt. Gut zwei Monate später startete die auf ein Jahr befristete Transfergesellschaft, mit der die von der Pleite betroffenen Arbeitnehmer an den Standorten gehalten und für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden sollten. Das Land stellte für die Auffanggesellschaft, die am 31. Oktober ausläuft, rund 25 Millionen Euro bereit.

Die arbeitslosen Schiffbauer werden ab 1. November zunächst Arbeitslosengeld 1 beziehen, das sind 60 beziehungsweise 67 Prozent des letzten Nettoentgeltes. Dass trotz der guten überregionalen Fachkräftenachfrage nun doch fast 1000 Arbeiter arbeitslos werden, führen Experten der Arbeitsagenturen auf mehrere Gründe zurück. „Die Bewerber haben sich zu lange sehr zurückhaltend bei Arbeitsangeboten verhalten“, hieß es aus Wolgast. Dort hoffen noch viele auf eine Übernahme durch die Bremer Lürssen-Gruppe und in Stralsund auf einen Verkauf der Werft.

Zudem ist das Arbeitslosengeld 1, das in Einzelfällen bis zu zwei Jahre gezahlt werden kann, für die Werftarbeiter im Vergleich zu Arbeitslosen aus anderen Branchen vergleichsweise hoch. Rund 46 Prozent der Betroffenen seien älter als 50 Jahre, sagte der Chef der Arbeitsagentur Greifswald, Heiko Miraß. Ihnen falle es schwer, die Region zu verlassen.