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Filmstars sorgen für volle Kassen? Falsch!

So schön es ist, Hollywood-Größen in Filmen zu sehen: eine automatische Einnahmequelle sind sie nicht. Das bekommt das Studio in Babelsberg zu spüren. Selbst Top-Filme und George Clooney entspannen die finanzielle Lage nicht.

Unter anderem die RTL-Serie „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ nutzt die Babelsberger Studiokulisse.
Bernd Settnik Unter anderem die RTL-Serie „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ nutzt die Babelsberger Studiokulisse.

2013 war ein gutes Jahr für das Filmstudio Babelsberg. „Wir schreiben schwarze Zahlen“, sagt Vorstandschef Carl L. Woebcken. Bei fünf internationalen, mit großen Stars besetzten Projekten war das Unternehmen Koproduzent. Sowohl „Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson als auch „Monument Men“ von George Clooney sind bei der 64. Berlinale (Februar 2014) dabei. Die Bestseller-Adaption „Die Bücherdiebin“ schaffte es unter die Top 10 der US-Kinocharts.

Anlass zum Aufatmen sehen die Studio-Chefs nicht, denn sie blicken auf vier wirtschaftlich schwierige Jahre zurück. „Wir haben keine Planungssicherheit“, beklagt Vorstand Christoph Fisser. Trotz der Erfolge bleibe die Situation angesichts der Förderstruktur in Deutschland schwierig. „Ohne den Deutschen Filmförderfonds wäre es zappenduster.“ Das von der Bundesregierung geschaffene Fördermittel DFFF hat von 2007 bis Ende 2012 über 640 Filmproduktionen mit insgesamt rund 356 Millionen Euro unterstützt.

„Dies führte zu Investitionen im Rahmen der Kinoproduktion in Höhe von mehr als 2,9 Milliarden Euro“, schildert der Sprecher der Filmförderungsanstalt in Berlin, Thomas Schulz. Jeder Euro, den der DFFF fördere, löse sechs Euro Investitionen in der Filmwirtschaft aus. In Deutschland ist die Fördersumme für internationale Projekte gedeckelt. 16 Prozent der Kosten, die beim Dreh anfallen, können über den DFFF erstattet werden. Bei vier Millionen Euro ist Schluss, auf Antrag können es zehn Millionen werden.

Deutschland ist als Standort benachteiligt

Die Branche fordert schon lange eine Abschaffung der Grenze. Denn für internationale Filmemacher sind die höchsten Förderungen und Steuervorteile entscheidend. Länder wie Kanada, Ungarn oder Großbritannien versprechen automatische Nachlässe von bis zu 40 Prozent des Gesamtbudgets. „Mit der bisherigen Fördergrenze von zehn Millionen Euro ist Deutschland schlechter gestellt als beispielsweise England, wo gerade die Mittel erhöht wurden“, sagt Kirsten Niehuus, Chefin der Fördergesellschaft Medienboard Berlin-Brandenburg. Der Entwurf für den Koalitionsvertrag von CDU und SPD sah den Wegfall der Grenze für Ausnahmefälle vor und beinhaltete auch eine Erhöhung.

Letztlich kam es nur zu einer Aufhebung der bisherigen Befristung des Fördermittels. „Es ist schade, dass die politischen Entscheidungsträger das Potenzial in Deutschland nicht erkennen“, meint Studio-Chef Fisser. „Wir haben mehrere Projekte verloren, die den Filmstandort Deutschland weiter gestärkt hätten. Das können wir auch nachweisen“, ergänzt Woebcken. 2012 sei das Studio für eine große Blockbuster-Produktion geblockt gewesen und stand am Ende monatelang frei.

Die wenigsten Filme entstehen im Studio

Filmemachen sei in Deutschland ein mühsames Geschäft, so Alfred Holighaus, Geschäftsführer der Filmakademie: „Der Deutsche Film wird nicht im Studio gedreht.“ Weil es meist um Gegenwartsstoffe gehe, sei die Kulisse auf der Straße oder in Gebäuden zu finden. Im Studio entstünden etwa 20 Prozent deutscher Filme, meist, wenn eine künstliche Welt zu erschaffen sei. Das gilt vor allem für historische Filme und Fantasie-Welten, wie bei „Cloud Atlas“ mit Tom Hanks. Der Oscar-Preisträger setzt die Arbeit mit Produzent Stefan Arndt (X-Filme) und Regisseur Tom Tykwer mit „Ein Hologramm für den König“ fort. Dafür kehrt er im März nach Babelsberg zurück. Zudem soll das Studio Kulisse werden für eine Fortsetzung des US-amerikanischen Films „Hunger Games – Tribute von Panem“, wie Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence ankündigte.