Dänische Polizei lässt Asylsuchende wieder passieren:

Flüchtlinge nutzen MV als Fluchtweg nach Schweden

Der Zugverkehr aus Deutschland nach Dänemark läuft wieder. Flüchtlinge nutzen neben Schleswig-Holstein auch zunehmend Mecklenburg-Vorpommern als Transitweg nach Schweden.

Um nach Schweden zu gelangen, nutzen auch immer mehr Flüchtlinge die Rostocker Fähren.
Christian Charisius Um nach Schweden zu gelangen, nutzen auch immer mehr Flüchtlinge die Rostocker Fähren.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei nach jüngsten Erkenntnissen sagte, seien am Mittwochabend über Rostock 57 Flüchtlinge nach Schweden ausgereist. Aus einem aus Hamburg kommenden Zug am Donnerstagvormittag sind 52 Flüchtlinge in Rostock empfangen worden, im Mittagszug aus Hamburg würden rund 150 Flüchtlinge erwartet, sagte eine Polizeisprecherin in Rostock.

Im Vergleich zu Schleswig-Holstein seien die Zahlen aber noch deutlich niedriger, sagte Bundespolizei-Sprecher Matthias Menge. Den Flüchtlingen werde nach der Ankunft ein ausländerrechtliches Verfahren angeboten. Es würden aber keine Zwangsmaßnahmen getroffen, wenn Flüchtlinge das Angebot ausschlagen. "Wir haben keine problematische Lage am Hauptbahnhof", sagte eine Sprecherin. Die Flüchtlinge würden empfangen und von ehrenamtlichen Helfern Richtung Überseehafen begleitet.

Nach dem Stopp am Mittwoch hatte Dänemark Donnerstagmorgen wieder Flüchtlinge nach Schweden passieren lassen. Ein erster Zug aus Flensburg war am Grenzbahnhof in Padborg am Donnerstagmorgen von dutzenden Beamten kontrolliert worden. Anschließend durfte der Zug in Richtung Kopenhagen weiterfahren, wie ein Polizeisprecher in Padborg sagte.

Fährbetriebe reagieren gelassen auf Flüchtlinge als Passagiere

Die großen Fährbetriebe TT- und Stena Line sehen Flüchtlingen als Passagiere auf den Routen von Deutschland nach Schweden gelassen entgegen. «Wir haben bisher kein größeres Aufkommen an Passagieren», sagte eine TT-Line-Sprecherin am Donnerstag. Und sollte sich das ändern, dürfe jeder mitfahren, der im Besitz eines Tickets sei und seinen Namen nenne. Einzige Grenze sei allein das Fassungsvermögen der Schiffe. Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin von Stena Line.

Am Flensburger Bahnhof kursierten am Donnerstag Handzettel mit Reisetipps für Flüchtlinge, die weiter nach Skandinavien wollen. Darin wird empfohlen, nicht über Dänemark, sondern per Schiff direkt nach Schweden zu reisen. Die dänische Polizei registriere die Flüchtlinge, heißt es auf dem Flyer - und dann könnte nur noch in Dänemark Asyl beantragt werden.