Autoindustrie verhandelt mit Bundesregierung:

Folgt der Abwrack- die Elektroprämie?

Vor sieben Jahren lockten 2500 Euro Neuwagenkäufer zum Verschrotten ihrer Altwagen. Zwei Millionen Menschen profitierten dabei von fünf Milliarden Euro Staatsknete. Für Elektroautos könnte diese Förderung nun in Neuauflage gehen. Doch der Teufel steckt im Detail.

Damit künftig mehr E-Autos auf Deutschlands Straßen rollen, wollen die Bundesregierung und die Autoindustrie nun in eine E-Prämie investieren.
Jens Büttner Damit künftig mehr E-Autos auf Deutschlands Straßen rollen, wollen die Bundesregierung und die Autoindustrie nun in eine E-Prämie investieren.

Ums Verschrotten geht es diesmal nicht. Das Ziel aber ist ähnlich: Die Kunden sollen neue Fahrzeuge kaufen – diesmal jene mit Elektroantrieben. Für sie ist die Nachfrage kaum vorhanden, daher soll der Staat wieder eingreifen. Waren es 2009 noch 2500 Euro Prämie, sind nun 5000 Euro im Gespräch, an der sich die Autoindustrie diesmal aber beteiligen soll.

Die schwarz-rote Bundesregierung und die führenden Auto-Manager wollen rasch etwas festzuzurren. Bis März wolle man einen gemeinsamen Handlungsrahmen entwickeln, kündigte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an.

Ziel der Bundesregierung wirkt unerreichbar

Die Vorzeichen für die Elektroprämie sind jedoch alles andere als unproblematisch. Es geht ums Herz der Autotechnologie und um einen grundlegenden Wandel für die Branche, die mit ihren Diesel und Benzinern Milliardengewinne anhäuft, aber im Zeitalter des endlichen Öls und immer strikterer CO2-Vorgaben aus Brüssel zum Umrüsten auf E-Mobilität verdammt ist.

Bisher sind Elektroautos Exoten. 2015 kamen gerade einmal gut 12 000 rein batteriebetriebene Wagen in Deutschland zusätzlich auf die Straße – sie machten 0,4 Prozent aller Neuzulassungen aus. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße zu bekommen, wirkt unerreichbar.

Förderung für Gutverdiener?

Die Öko-Frage wird dabei zur Kernfrage. Studien stützen das Argument, dass Dieselwagen im ganzen Lebenszyklus umweltfreundlicher sind als batteriebetriebene Autos. Das ändere sich nur, wenn erneuerbare Energien im Strommix zulegen.

Und da wäre noch die Frage, wie sozial gerecht eine E-Prämie wäre. Ein Beispiel zeigt das: Deutschlands meistverkauftes Auto, der VW-Golf, startet als günstigster Benziner bei knapp 18 000 Euro. Ein E-Golf aber kostet rund doppelt so viel. Auch bei der Frage, wer ein E-Auto daheim laden könnte, deutet sich eine Zweiklassengesellschaft an: Hier die Gutverdiener mit Haus und Garage, dort Mieter, die sich täglich einen Parkplatz suchen müssen.

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