Für Chemiewaffen-Kontrolle:

Friedensnobelpreis geht an Giftgas-Vernichter

Wieder wird der Friedensnobelpreis an eine internationale Institution verliehen - an die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen. Damit will das Nobelkomitee zur Zerstörung von Chemiewaffen beitragen.

Die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Hauptsitz in Den Haag
EPA/GUUS SCHONEWILLE Die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Hauptsitz in Den Haag.

Die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Hauptsitz in Den Haag bekomme die Auszeichnung "für ihren umfassenden Einsatz für die Vernichtung von Chemiewaffen", begründete der Komiteevorsitzende Thorbjörn Jagland die Entscheidung der Jury.

Der prestigeträchtige Preis, mit dem im vergangenen Jahr die Europäische Union geehrt worden war, ist mit 8 Millionen Kronen dotiert, umgerechnet rund 920 000 Euro.

Nach Alfred Nobels Willen

"Entwaffnung spielt in Alfred Nobels Willen eine wichtige Rolle", führte Jagland in der Begründung aus. Das norwegische Nobelkomitee habe mit zahlreichen Preisen den Bedarf unterstrichen, Nuklearwaffen zu vernichten. "Mit diesem Preis an die OPCW will das Komitee zur Zerstörung von Chemiewaffen beitragen", sagte Jagland.

Die OPCW ist für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention von 1997 zuständig. Sie hat bislang 189 Mitgliedsstaaten - Syrien soll am kommenden Montag 190. Mitglied werden. Zurzeit sind Chemiewaffenkontrolleure in dem Land unterwegs, um Lager aufzusuchen und die Vernichtung der Waffen einzuleiten.

"Aktuelle Ereignisse in Syrien, wo Chemiewaffen erneut genutzt wurden, haben das Bedürfnis unterstrichen, die Bemühungen, solche Waffen zu zerstören, zu erhöhen", führte das Nobelkomitee aus.

Malala war ebenfalls Favoritin

Als eine große Favoritin für den Preis hatte in diesem Jahr unter anderem die 16 Jahre alte Malala gegolten, die sich in ihrer Heimat Pakistan gegen die Taliban für das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung einsetzt, unter anderem als Bloggerin. Mehrere Politiker hatten sich für eine Preisverleihung an das Mädchen stark gemacht. Sie selbst hatte sich aber bescheiden gegeben: "Das wäre eine große, große Ehre für mich. Ich glaube aber nicht, dass ich diesen Preis verdient habe. Bis dahin müsste ich noch viel mehr arbeiten."

Der Friedensnobelpreis ist der einzige Nobelpreis, der nicht im schwedischen Stockholm, sondern in Oslo von einem Nobelkomitee aus fünf Parteienvertretern vergeben wird. Nach dem Testament Alfred Nobels (1833-1896) soll er an denjenigen gehen, der im vorausgegangenen Jahr am meisten für den Frieden geleistet hat. Feierlich überreicht wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, ebenfalls in Oslo. 

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