Erneuerbare Energien:

Für Familien wird Strom 70 Euro teurer

Schlechte Nachrichten: Die Jahresrechnung für einen typischen Drei-Personen-Haushalt wird 2014 auf deutlich mehr als 1000 Euro klettern.

90 Prozent der Bürger befüworten den Ausbau von Solar- und Windenergie, fordern aber einen fairere Verteilung der Kosten dafür.             
Carsten Rehder 90 Prozent der Bürger befüworten den Ausbau von Solar- und Windenergie, fordern aber einen fairere Verteilung der Kosten dafür.  

Strom wird immer billiger, zumindest im Einkauf. Derzeit kostet die Kilowattstunde an der Börse EPEXSpot teilweise nur noch 3,8 Cent für den deutschen Markt. Solar- und Windenergie sowie Kohlekraft drücken die Preise. Der Endverbraucher aber hat nichts davon, er muss 2014 noch mehr für seinen Strom berappen.

Für ihn nähert sich der Preis der Grenze von 30 Cent pro Kilowattstunde, weil die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ökostrom-Umlage 2014 von 5,277 Cent auf 6,307 Cent steigen soll, wie nun durchsickerte. Am 15. Oktober soll die Zahl von den für das Umlagekonto zuständigen Übertragungsnetzbetreibern Tennet, Amprion, TransnetBW und 50Hertz, offiziell verkündet werden.

Geld dient zur Förderung von erneuerbaren Energien

Mit dem Geld werden Windparks, Solar- und Biogasanlagen mit auf 20 Jahre garantierten festen Vergütungen gefördert, die über den an der Strombörse erlösten Preisen liegen. Seit 13 Jahren gibt es das EEG, inzwischen gibt es rund 4000 Förderkategorien. Immer wieder wurden Vergütungen zwar gekürzt, doch unterm Strich hat sich ein riesiger Förderberg aufgetürmt. 20 Milliarden Euro Umlagekosten sind es 2013.

Ein Drei-Personen-Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch zahlt derzeit rund 980 Euro für Strom, 2014 könnten es nach Angaben des Vergleichsportals Verivox rund 70 Euro mehr werden. Die steigende Umlage würde einen Anteil von 220 Euro (plus 36 Euro) haben, hinzu kämen laut Verivox elf Euro mehr an Mehrwertsteuer und 23 Euro für ebenfalls steigende Netzentgelte.

Stecker raus statt Stand-by: So sparen Sie

Küche: Der Kühlschrank gehört nicht neben den Herd. An einem kühlen Platz verbrauchen Kühl- und Gefriergeräte drei bis sechs Prozent weniger Strom. Wasserkocher erhitzen Wasser effizienter als ein alter Herd. Wer den Ofen beim Backen schon vor Ende der Garzeit ausschaltet, nutzt die Nachwärme optimal.

Badezimmer: Wird Wasser erst im Durchlauferhitzer erwärmt, ist das günstiger. Ein Warmwasserspeicher hingegen muss das Wasser ständig warm halten. Die Wäsche nach dem Waschen gut durchzuschleudern spart im Trockner Strom und Zeit.
Wohnzimmer: Je heller die Hintergrundbeleuchtung vom Fernseher ist, desto mehr Strom verbraucht er. Das gilt auch für Handys, Tablets oder Laptops. Gerade alte Geräte benötigen auch im Stand-by-Modus viel Strom. Am besten werden sie komplett vom Stromnetz getrennt.
 

Beleuchtung: Energiesparlampen, effiziente LED- und Halogenlampen sparen Strom, ebenso eine automatische Steuerung des Lichtes im Raum. Das System macht die Leuchten aus, wenn Sensoren über bestimmte Zeit keine Menschen im Zimmer registrieren.

EU-Energielabel: Achten sie beim Kauf auf dieses Etikett. Sparsame Geräte werden mit A+++ ausgezeichnet, verschwenderische mit D oder noch schlechteren Klassen.
Quellen: dpa/Deutsche Energie-Agentur/Fördergemeinschaft Gutes Licht

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