Energiewende treibt Netzgebühren :

Für Stromkunden im Nordosten wird es teurer

Tausende Kilometer neue Stromleitungen erfordert die Energiewende. Das kostet viel Geld. Die Stromkunden müssen sich 2016 auf höhere Belastungen für ihre Stromnetze einstellen.

Das wird teuer für die Stromkunden: Wegen der Energiewende müssen die Leitungen ausgebaut werden.
Sebastian Kahnert Das wird teuer für die Stromkunden: Wegen der Energiewende müssen die Leitungen ausgebaut werden.

Neue Stromleitungen, teure Anschlüsse von Hochsee-Windparks und immer mehr Entschädigungen für Eingriffe in den Netzbetrieb - die Energiewende treibt bundesweit die Netzgebühren in die Höhe. Im nächsten Jahr rechnet das Verbraucherportal Verivox mit einem Anstieg um durchschnittlich knapp vier Prozent. Auch ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigt bundesweit steigende Zahlen für 2016, ohne Details zu nennen.

Zahlen müssen das am Ende die Verbraucher: Die Netzkosten machen aktuell rund 23 Prozent des Strompreises aus. Allein die prognostizierte Durchschnittserhöhung kostet den Verbraucher im 4000-Kilowattstunden-Durchschnittshaushalt 10 Euro pro Jahr plus Mehrwertsteuer.

Netzausbau kostet Milliarden

Schon im vergangenen Jahr waren die Netzkosten um knapp zwei Prozent gestiegen - eine Folge der Energiewende. Wenn immer mehr Verbraucher auch selbst Strom erzeugen und ins Netz einspeisen wollen, sind wesentlich mehr Leitungen erforderlich. Außerdem muss Windstrom aus dem Norden in den Süden gebracht werden, wo die Atomkraftwerke vom Netz gehen. All das kostet Milliarden.

Für politische Diskussionen sorgen zunehmend auch die erheblichen regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten. So werden die Kunden im wirtschaftlich prosperierenden Bayern 2016 laut Verivox voraussichtlich unter 250 Euro im Durchschnittshaushalt für ihre Stromnetze zahlen müssen, in Bremen sogar nur 200 Euro. Ein strukturschwaches Land wie Mecklenburg-Vorpommern wird dagegen mit 342 Euro belastet, Brandenburg mit 352 Euro. In den vergangenen fünf Jahren sind in beiden Ländern die Netzentgelte um 27 Prozent beziehungsweise 18 Prozent gestiegen.