Chance auf Politikwechsel:

Gestatten? Die neue Bundesregierung!

Union und SPD geben sich für vier Jahre das Ja-Wort. CDU und CSU sagen aber Nein zu einem Politikwechsel. Dennoch wird sich viel ändern. SPD-Chef Gabriel läuft sich als Superminister für die Wahl 2017 warm, und auf die CDU rollt die Frage der Merkel-Nachfolge zu.

Michael Kappeler Das sind die Minister der neuen Bundesregierung.

Vielleicht gibt es wirklich einen Politikwechsel. Womöglich weniger durch die bloße Bildung der großen Koalition oder den Neuzuschnitt des Kabinetts. Aber die erfolgreiche Befragung der SPD-Mitglieder zum schwarz-roten Koalitionsvertrag könnte wegweisend sein. SPD-Chef Sigmar Gabriel ist jedenfalls jetzt der neue starke Mann - in seiner Partei und auch in der Regierung an der Seite von Kanzlerin Angela Merkel.

Für sie könnte die große Koalition damit viel schwieriger werden als die schwarz-gelbe, in der FDP-Vizekanzler Philipp Rösler ihr weniger Stress machte als das CSU-Alphatier Horst Seehofer in Bayern. Es heißt, Seehofer und Gabriel hätten nicht nur das Zeug zum Zerwürfnis, sondern auch dazu, sich gegen Merkel zu verbünden. In der CDU wird diese dritte Kanzlerschaft der Parteichefin nach dem großen Wahlsieg als ihr politischer Zenit betrachtet. Und es wird befürchtet, dass sich Gabriel als Superminister für Wirtschaft und Energie für die Wahl 2017 warmläuft, während sich die CDU womöglich in einer Debatte über die Nachfolge der Merkel-Ära aufreibt.

Die CDU stellt mit Angela Merkel die Bundeskanzlerin, die SPD mit Sigmar Gabriel den Vizekanzler. Chef des Bundeskanzleramtes im Ministerrang wird der bisherige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU).

Die CDU bekommt folgende fünf Ministerien:

Innen: Thomas de Maizière

Finanzen: Wolfgang Schäuble

Verteidigung: Ursula von der Leyen

Gesundheit: Hermann Gröhe

Bildung und Forschung: Johanna Wanka

Die CSU bekommt folgende drei Ministerien:

Verkehr/digitale Infrastruktur: Alexander Dobrindt

Ernährung/Landwirtschaft: Hans-Peter Friedrich

Wirtschaftliche Zusammenarbeit/Entwicklung: Gerd Müller

Die SPD bekommt folgende sechs Ministerien:

Wirtschaft und Energie: Sigmar Gabriel

Auswärtiges Amt: Frank-Walter Steinmeier

Arbeit und Soziales: Andrea Nahles 

Justiz und Verbraucherschutz: Heiko Maas 

Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Manuela Schwesig

Umwelt, Naturschutz, Bau, Reaktorsicherheit: Barbara Hendricks

Staatsminister im Kanzleramt: 

Kultur und Medien (CDU): Monika Grütters

Staatsminister bei der Bundeskanzlerin (CDU): Helge Braun 

Migration, Flüchtlinge und Integration (SPD): Aydan Özoguz

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