Statistik zum Tag der Einheit:

Große Lohnunterschiede zwischen Ost und West

Ostdeutsche verdienen deutlich weniger als WestdeutscheOst und West unterscheiden sich noch immer deutlich, was den Arbeitsmarkt anbetrifft. Auch pendeln mehr Ostdeutsche in den Westen als umgekehrt.

2449 Euro brutto verdienen Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland im Durchschnitt.
Arno Burgi 2449 Euro brutto verdienen Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland im Durchschnitt.

Auch ein Vierteljahrhundert nach der Wende liegt Ostdeutschland beim Lohnniveau deutlich hinter den alten Bundesländern. Verdienten sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland Ende 2015 durchschnittlich 2449 Euro brutto im Monat, waren es in Westdeutschland 3218 Euro. Noch immer pendeln auch wesentlich mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer als in umgekehrter Richtung.

Auf diese Statistik-Daten der Bundesagentur für Arbeit machte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann anlässlich des Tages der Deutschen Einheit aufmerksam. „Von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Ost und West kann nicht gesprochen werden“, sagte sie.

Hälfte der Ost-Beschäftigten nicht tarifgebunden

Ostdeutsche verdienen somit im Durchschnitt 24 Prozent weniger als die im Westen. Gemessen an der Niedriglohnschwelle von 2056 Euro bundesweit waren Ende 2015 36 Prozent der ostdeutschen Vollzeitbeschäftigten zu einem Niedriglohn tätig, im Westen knapp 17 Prozent.

Die Hans-Böckler-Stiftung hatte am Freitag unter Berufung auf Daten von Mitte 2016 mitgeteilt, dass die tariflichen Grundvergütungen im Osten inzwischen bei durchnittlich 98 Prozent des Westniveaus lägen. Bei Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden, sei der Einkommensunterschied allerdings deutlich größer - und rund die Hälfte der Ost-Beschäftigten sei nicht tarifgebunden.

Nach den Daten der Arbeitsagentur pendelten im Vorjahr 398.384 ostdeutsche Beschäftigte in den Westen, 1999 waren es 307.907. Umgekehrt kamen aus Westdeutschland 2015 nur 134.520 Beschäftigte zum Arbeiten in die neuen Bundesländer. Im Vergleich zu 1999 ist deren Zahl aber auch angestiegen, damals waren es noch 76.789. 

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