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Guido Westerwelle meldet sich zurück

Seit seiner Krebserkrankung hat sich Guido Westerwelle rar gemacht. Jetzt zeigt er sich in Berlin erstmals wieder. Die Krankheit hat deutliche Spuren hinterlassen.

Der Politiker Guido Westerwelle (FDP)war das erste mal seit langem bei einem offiziellen Termin.
Klaus-Dietmar Gabbert Der Politiker Guido Westerwelle (FDP)war das erste mal seit langem bei einem offiziellen Termin.

Früher wäre das ein Termin unter vielen gewesen. Einer von 20 oder mehr, an einem ganz gewöhnlichen Außenministertag. Kurze Rede, ein paar Gespräche, ein Statement für die Kameras. Der normale Betrieb. So aber ist das alles für Guido Westerwelle wieder neu. Und überhaupt: Was heißt schon normal, wenn man an Blutkrebs erkrankt ist?

15 Monate nach der Diagnose auf akute Leukämie hat sich der ehemalige FDP-Vorsitzende erstmals wieder bei einem offiziellen Termin in Berlin gezeigt.

Auf den ersten Anschein wirkte der 53-Jährige dabei wie immer. Aus der Nähe jedoch sieht man die Spuren der Chemotherapie in seinem Gesicht. Auch das Sprechen strengt ihn nach einer Weile an. Vor ziemlich genau einem Jahr bekam er dort eine Knochenmark-Transplantation.

Auf Facebook bedankte er sich zwischendurch für die vielen guten Wünsche. „Ich bin zuversichtlich“, schrieb er im Juni. „Es wird werden.“ Und es scheint zu werden. Gesund ist Westerwelle noch nicht, aber es geht ihm wieder deutlich besser. Er muss Medikamente schlucken, immer noch regelmäßig in die Klinik. „Alles in sicherer medizinischer Betreuung“, sagt er dazu, mehr nicht.

In der Stiftung sagt er dann auch ein paar Sachen zur Flüchtlingskrise. Die Tagespolitik, erzählt er, hat er auch in den letzten 15 Monaten verfolgt. „Selbstverständlich. Man wird ja kein anderer, nur weil man etwas durchzumachen hat.“ Aber ins Detail gehen will er nicht. „Ich habe kein Interesse, eine tagespolitische Nachrichtenlage zu produzieren.“ Solche Sätze hätte man von Westerwelle früher nie gehört.

Zum Ende will einer von ihm dann auch noch wissen, ob er an eine Rückkehr in die Politik denkt. Die Antwort fällt knapp aus: „Ich habe wirklich anderes im Kopf als solche
Überlegungen.“