Baukosten steigen weiter:

Immer neue Vorwürfe gegen Limburger Bischof

Der Druck auf den Limburger Bischof Tebartz-van Elst nimmt weiter zu. Jahrelang sollen Baukosten unter seiner Verantwortung verschleiert worden sein. Zudem steigen die Gesamtkosten für die Umbauten am Bischofssitz noch einmal deutlich.

Gegen Franz-Peter Tebartz-van Elst ist ein Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Erklärung in zwei Fällen beantragt worden.
Fredrik von Erichsen Gegen Franz-Peter Tebartz-van Elst ist ein Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Erklärung in zwei Fällen beantragt worden.

Hier ein paar Millionen, dort ein bißchen mehr und da ein klein wenig edler: Die einzelnen Posten der Kosten für den neuen Limburger Bischofssitz lesen sich wenig bescheiden. Mit 31 Millionen wurden die Baukosten zuletzt beziffert. Einzelheiten zur Inneneinrichtung hat unter anderem der Sprecher des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats, Jochen Riebel, bestätigt. Gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst werden vor seiner mit Spannung erwarteten Rom-Reise immer neue Vorwürfe laut. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sollen jahrelang Baukosten unter der Verantwortung des Bischofs verschleiert worden sein.

Bistumssprecher Martin Wind sagte am Sonntag, er könne nicht sagen, seit wann der Bischof von der Kostensteigerung gewusst habe. Auf das Bistum könnten noch Folgekosten zukommen, etwa wegen möglicher Schäden an Straßen und Hausfassaden, bestätigte Wind. "Für Bauschäden muss aufgekommen werden." Die Höhe der Kosten sei bislang nicht bekannt, das müssten Sachverständige prüfen.

Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Kosten für den Neubau der Bischofsresidenz auf mindestens 31 Millionen Euro steigen. Ursprünglich war mit einem Bruchteil dieser Summe gerechnet worden. Die "Welt am Sonntag" berichtet nun, wegen der Folgekosten für Bauschäden kämen wohl rund 40 Millionen Euro zusammen.

Bei einer Messe am Sonntagmorgen im Limburger Dom war Tebartz-van Elst nicht zu sehen - vor sehr gut besetzten Bänken predigte Dompfarrer Gereon Rehberg. Gegen Bischof Tebartz-van Elst ist ein Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Erklärung in zwei Fällen beantragt worden. Zudem werden zunehmend Stimmen laut, die seinen Rücktritt fordern.

So teuer wird der Bischofssitz

  • Alleine die Wohnung von Bischof Franz-peter Tebartz-van Elst schlägt mit mehr als 2,9 Millionen Euro zu Buche.
  • Im 63 Quadratmeter großen Wohnzimmer soll sich eine frei stehende Badewanne befinden, die bis zu 15 000 Euro kosten soll.
  • Die Schreinerarbeiten für die Wohnung, darunter auch Einbauschränke, wurden mit 350 000 Euro berechnet.
  • 450 000 Euro wurden für Kunstwerke ausgegeben.
  • Nach Angaben des Architekten lassen sich die Fenster der Privatkapelle automatisch abdunkeln. Das soll rund 100 000 Euro kosten.
  • Der "Mariengarten", so die "Bild"-Zeitung, soll für 738 000 Euro neu angelegt werden. Die Gestaltung des Lichthofs, der von weießen Säulen dominiert wird, hat 2,3 Millionen Euro verschlungen, so die Zeitung weiter.
  • Ein Tisch im Konferenzraum kostet 25 000 Euro.
  • Rund 100 000 Euro soll zudem nach Angaben mehrerer Medien der Umbau der Kapelle für einen Adventskranz gekostet haben. Der zunächst frei stehende geschmiedete Kranz sollte nach Wunsch des Bischofs hängen, auch wenn dafür das fertige Dach für einen Seilzug aufgerissen werden musste.

Quellen: dpa/bischöflicher Vermögensverwaltungsrat