Schrumpfende Einwohnerzahlen:

Wirtschaftsforscher: Der Osten hat nur in den Städten eine Zukunft

Das Problem: In MV und Brandenburg haben die Einwohnerzahlen seit der Wende drastisch abgenommen. Nun sieht ein Wirtschaftsforscher nur noch für Städte eine Überlebenschance. Für die Dörfer bedeutet das nichts Gutes.

Immer mehr Gebäude in den Dörfern stehen leer, so wie dieses Haus mit vernagelten Fenstern in Kriesow.
Jens Büttner Immer mehr Gebäude in den Dörfern stehen leer, so wie dieses Haus mit vernagelten Fenstern in Kriesow.

Der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint E. Gropp, sieht die Zukunft Ostdeutschlands angesichts des drastischen Bevölkerungsrückgangs in den Städten. Die neuen Länder müssten sich stärker auf die Städte konzentrieren und sie attraktiver machen, sagte der IWH-Präsident. „Ich glaube, die Politik muss irgendwann den Mut haben und sagen, dass die Infrastruktur in dünn besiedelten Gebieten nicht auf Dauer auf dem bisherigen Niveau gehalten werden kann.“ Er wisse, dass so ein Eingeständnis schwer falle, weil es in Deutschland bisher den Anspruch auf überall gleiche Lebensbedingungen gebe.

Nach Einschätzung von Gropp könnten die Probleme, vor denen die neuen Länder auch durch den stark steigenden Anteil älterer Menschen stehen, durch Zuwanderung zumindest eingedämmt werden. „Ein Zuwanderungsgesetz könnte da schon helfen, auch wenn es eigentlich zu spät kommt.“ Es müsse eine Kultur geschaffen werden, die Zuwanderung zuträglich ist. „Pegida sorgt für das Gegenteil.“ Zudem werde die Zuwanderungsdebatte durch die Verwirrung um Asylsuchende und Immigrationswillige stark behindert.

Nach Prognosen des Statistischen Bundesamts ist im Jahr 2030 jeder dritte Ostdeutsche 65 Jahre und älter. Berechnungen gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl in den neuen Ländern in den nächsten 15 Jahren nochmals um einige hunderttausend Menschen sinkt.

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