Vorstoß löst Empörung aus:

Junge Liberale wollen Hunde und Katzen schlachten

Glasierter Dackel gefällig? Wenn es nach Teilen der FDP-Jugend geht, könnte dies in Zukunft schon eine Kellner-Empfehlung in deutschen Restaurants sein. Und lecker Mieze gibt es dann auch.

Sind sie nicht niedlich? Für manche Liberale scheinen Hunde auch lecker zu sein.             
Herbert Spies Sind sie nicht niedlich? Für manche Liberale scheinen Hunde auch lecker zu sein.  

Als ob die FDP nicht schon genug Schlamassel am Hals hätte: Jetzt hat ein Teil ihrer Nachwuchsorganisation gefordert, das in Deutschland geltende Schlachtverbot für Hunde und Katzen aufzuheben. So geschehen auf dem Bundeskongress der Jungen Liberalen (JuLi), wo der Landesverband Sachsen-Anhalt einen entsprechenden Antrag mit dem Titel „Schlachtverbote aufheben – Auch Hunde kann man essen“ einbrachte. Die Begründung: Das Verbot stelle „eine Diskriminierung anderer Kulturen dar, in denen Fleisch der genannten Tiere als Delikatesse gilt“.

Im Internet laufen Tierschützer Sturm. Auch bei den etwa 120 Köpfe zählenden Nordost-JuLis selbst: „Bei uns gibt es keinen Beschluss in diese Richtung. Und ich selbst bin kein Fan davon. Einen solchen Antrag würde ich nicht einbringen und ich glaube nicht, dass es irgendein Mitglied tun würde“, sagt Landesvorsitzender Sebastian Koth, der Delegierte beim Bundeskongress ist.

Warum nicht auch Menschen essen?

Sarkastisch eher die Reaktionen bei den politischen Wettbewerbern: „Das ist eine sehr liberale Idee. Aber ich bin ja ganz bewusst nicht bei den Liberalen“, so die Landwirtschaftsexpertin der CDU-Fraktion im Landtag, Beate Schlupp. Die FDP habe nach dem desaströsen Wahlergebnis und dem Rauswurf aus dem Bundestag doch wahrlich andere Probleme: „So werden sie nie wieder über die Fünfprozent-Hürde kommen.“ Und außerdem: In manchen Kulturen sei auch Kannibalismus gang und gäbe gewesen, entgegnet Schlupp den Argumenten der Schlacht-Befürworter.

Hohn und Spott kommt von der Tierschutz-Expertin der Grünen-Fraktion, Jutta Gerkan: „Die JuLis sprechen hier ein äußerst drängendes Problem an, das leider im zurückliegenden Wahlkampf überhaupt keine Rolle spielte. Allerdings fragen wir uns, warum nicht gleich Nägel mit Köpfen gemacht wurden. So wird nicht gefordert, auch das Schlachtverbot für Affen aufzuheben.“ Zur Ehrenrettung sei gesagt: Der JuLi-Bundeskongress hat den Vorstoß dann doch abgelehnt.

Kommentare (1)

eine seltsame begründung... aber man sollte sich schon fragen, warum wir hunde streicheln und liebkosen, aber gleichzeitig hühner, schweine und kühe in fabriken aufziehen und dann am laufenden fliessband abschlachten. wo ist der unterschied? haben kühe, hühner und schweine nicht genauso schmerzempfinden und angstgefühle wie hunde und katzen? alle diese tiere sind sehr sozial und auf ihre weise intelligent, alle haben sie eine seele. diese tiere sind genauso viel wert wie die tiere, die wir haustiere nennen. diese doppelmoral...