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Keine Knüppel mehr: Kanzlerin kündigt Erleichterung beim Mindestlohn an

Ein Neujahrsempfang ganz im Sinne der vorpommerschen CDU: Angela Merkel kündigt Unterstützung für kleine Betriebe an und schärft den Blick für die Herausforderungen der Zukunft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Egbert Liskow, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald, im Gespräch mit der wissenschaftlichen Direktorin des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik Professorin Sibylle Günter.
Ulrike Rosenstädt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Egbert Liskow, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald, im Gespräch mit der wissenschaftlichen Direktorin des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik Professorin Sibylle Günter.

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verspricht, in ihren Wahlkreis zu kommen, dann nimmt sie auch schon mal eine längere Autofahrt in Kauf. Mit den Heliokopter konnte sie gestern in Greifswald jedenfalls nicht landen: „Die Sicht soll wohl zu schlecht gewesen sein“,  wollten die wartenden Gäste wissen. Doch ihre Geduld wurde nicht zu lange strapaziert und auch die Erwartungen, die die zahlreichen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in die Rede der CDU-Bundestagsabgeordneten und Parteivorsitzenden gesetzt hatten, wurden nicht enttäuscht. Beim gemeinsamen Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald und des CDU-Stadtverbandes Greifswald kündigte Angela Merkel Erleichterung in Sachen Mindestlohn an. „Die CDU wird auf dieses Thema in den kommenden drei Monaten sehr genau achten. Wir wollen nicht, dass gerade kleine Unternehmen dauerhaft mit bürokratischen Hürden zu kämpfen haben“, sagte Merkel.

CDU wird ein hochverschuldetes Deutschland

nicht zulassen

Statt Knüppel zwischen die Beine zu werfen, müssen in der Wirtschaft Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Bund, die Länder und die Städte voran bringen. Den ausgeglichenen Bundeshaushalt bezeichnete sie als einen Haushalt der Generationsgerechtigkeit. „Wir alle spüren den demografischen Wandel. Wenn wir nicht aufhören mehr auszugeben, als wir uns leisten können, dann hinterlassen wir einen riesengroßen Schuldenberg“, mahnte Merkel zur Umsichtigkeit. Ein hochverschuldetes Deutschland wäre dann nie mehr in der Lage zu gestalten. „Das wird die CDU nicht zu lassen“, sagte die Kanzlerin.  Wohl jeder im Kaisersaal der Greifswalder Stadthalle hatte erwartet, dass beim Empfang der von Terror und Krieg geprägte Jahresbeginn thematisiert wird. Merkel lobte die Toleranz im Land zwar als hohe, schwer erkämpfte Tugend, nutzte aber die Gelegenheit, um deutlich zu machen, wohin sich die Bundesrepublik und somit auch Mecklenburg-Vorpommern, Städte wie Greifswald, entwickeln müssen, um in der Zukunft weiter eine führende wirtschaftliche und politische Rolle in der Welt zu spielen:“Alles, was mit digitalem Wandel zu hat, müssen wir als Herausforderung annehmen.“ Denksanstöße gab‘s am Dienstagabend in Greifswald also ebenso reichlich wie Bier und gutes Essen.