Polizei und Video-Kameras:

Köln rüstet sich für Karneval

Die Karnevalstage stellen die Kölner Polizei und die Stadtverwaltung diesmal vor eine große Herausforderung. Die Angriffe der Silvesternacht sollen sich auf keinen Fall wiederholen.

Kleine Videokameras am Körper, sogenannte "Bodycams", sind für die Gewerkschaft der Polizei ein Muss bei der Ausrüstung von Polizisten.
Boris Roessler Kleine Videokameras am Körper, sogenannte "Bodycams", sind für die Gewerkschaft der Polizei ein Muss bei der Ausrüstung von Polizisten.

Wie über jeder Großveranstaltung schwebt auch über dem Karneval die abstrakte Gefahr eines Terroranschlags. Dazu kommen jetzt die Angriffe vornehmlich nordafrikanischer Männer auf Frauen an Silvester. "Selbstverständlich müssen wir jetzt nach der klaren Zusage 'sowas darf nicht mehr vorkommen' all unsere Kräfte auf diese neue Herausforderung konzentrieren", sagt Stadtdirektor Guido Kahlen.

In Rheinberg am Niederrhein ist bereits der erste Karnevalszug abgesagt worden. Gründe dafür soll's mehrere geben - unter anderem eine nahe am Zugweg gelegene Flüchtlingsunterkunft als "Gefahrenpunkt". Die Kölner Karnevalisten möchten das nicht kommentieren und überhaupt so wenig wie möglich über das Thema sprechen. Schließlich können Spekulationen nur zur Verunsicherung beitragen. "Die Säle sind voll, die Stimmung ist gut", erzählt die Sprecherin des Festkomitees, Sigrid Krebs. Was die Sicherheit betreffe, vertraue man der Polizei.

Keine hundertprozentige Sicherheit

Die hat öffentlich erklärt, dass sie dieses Jahr in nie gekannter Stärke auf den Straßen präsent sein wird. Einfach waren die Einsätze zu Karneval noch nie: "Sie wissen, wie man sich das im Bild vorstellen muss", schildert ein Sprecher. "Gewaltige Menschenmassen, dicht gedrängt, die Leute zum großen Teil kostümiert, sprich maskiert. Da sind auch viele mit Spielzeugwaffen - Cowboy und Indianer. Das heißt: Wir können das nicht zu 100 Prozent schützen."

Die Kölner Stadtverwaltung arbeitet derzeit an einem Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen. "Es laufen täglich Gespräche", sagt Stadtdirektor Kahlen. Die Zeit drängt: "Die erste wirkliche und zwar massiv schwierige Bewährungsprobe wird von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag sein." Eine der wichtigsten Neuerungen ist eine stärkere Videoüberwachung. Damit soll eine "Massierung gewaltbereiter Gruppen" möglichst früh erkannt werden - dorthin will man dann schnell Polizei beordern.