:

Kostenloser Keks für Obama

Stricken statt Langeweile schieben – so lautet in den USA ein aktuelles Freizeitangebot für beurlaubte Regierungsangestellte.

"Hallo, Guten Appetit, ist da hinten vielleicht noch ein Plätzchen frei?" US-Präsident Barack Obama schmaust zusammen mit zwangsbeurlaubten Angestellten.
pool "Hallo, Guten Appetit, ist da hinten vielleicht noch ein Plätzchen frei?" US-Präsident Barack Obama schmaust zusammen mit zwangsbeurlaubten Angestellten.

Zehn Prozent Rabatt und einen kostenlosen Cookie bekommen beurlaubte Regierungsangestellte derzeit im Feinkostladen Taylor Gourmet in Washington. Und genau dort haben US-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden nun eine Mittagspause eingelegt – in Begleitung von Bodyguards und Kameras.

„Bevor ich bestelle, möchte ich sagen, dass wir auch deshalb hier sind, weil wir mächtig Hunger haben und das Essen hier hervorragend ist“, sagte Obama bei seinem Besuch . „Der andere Grund ist, dass dieses Lokal beurlaubten Staatsbediensteten einen Nachlass von zehn Prozent gewährt.“ Zwar ist Obama selbst nicht von der Zwangsbeurlaubung betroffen, trotzdem reicht ein Mitarbeiter dem Präsidenten einen Keks über die Theke.

Sonderangebote bekommen Amerikas Zwangsbeurlaubten inzwischen nicht mehr nur in Washington. In einer Turnhalle in Beltsville, einem Vorort der Hauptstadt, können frustrierte Angestellte kostenlos Sport treiben, zum Beispiel Jiu-Jitsu. Ein Zeitvertreib der anderen Art wird Regierungsangestellten im US-Staat Virginia geboten: Strickkurse.

„Finden Sie Trost beim Stricken“, schreibt der Anbieter auf seiner Internetseite und wirbt damit für seine kostenlosen Nachmittagskurse. Die Angebote für Zwangsbeurlaubte sind weit gefächert: Sie reichen vom ermäßigten Zutritt zur Eislaufbahn bis hin zu kostenlosen Computerkursen für diejenigen, die trotz Urlaubs etwas für ihrer Karriere tun wollen.

Doch nicht alle kommen in den Genuss dieser Sonderbehandlung: So bietet ein Barbecue-Restaurant in Virginia zwar Gratis-Menüs für Regierungsangestellte, ausgenommen sind jedoch alle Mitglieder des US-Kongresses. Dort liefern sich Demokraten und Republikaner derzeit eine politische Schlacht um einen neuen Haushalt. Weil sie sich bisher nicht einigen konnten, ist seit dem 1. Oktober die öffentliche Verwaltung des Landes lahmgelegt.