Bürgerkrieg in Syrien:

Krisentreffen bringt keine Annäherung

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein Hauptauslöser der Flüchtlingskrise. Nur wenn Russland und die USA an einem Strang ziehen, könnte es eine Lösung geben. Große Fortschritte gibt es in der Hinsicht aber offenbar nicht.

Bei einem Treffen mit Amtskollegen in Wien versuchte US-Außenminister Kerry einer Lösung im Syrien-Krieg näher zu kommen.
Roland Schlager Bei einem Treffen mit Amtskollegen in Wien versuchte US-Außenminister Kerry einer Lösung im Syrien-Krieg näher zu kommen.

Im Ringen um Auswege aus dem syrischen Bürgerkrieg hat ein Krisentreffen in Wien keine substanzielle Annäherung gebracht. Russland auf der einen und die USA, Saudi-Arabien sowie die Türkei auf der anderen Seite blieben am Freitag weiter uneins über die Zukunft des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Russland hält trotz internationaler Kritik an Assad fest, die USA sehen eine politische Lösung in Syrien nur ohne ihn.

Weiteres Treffen Ende Oktober

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte nach Gesprächen mit US-Außenminister John Kerry und seinen Kollegen aus Saudi-Arabien und der Türkei, über das Schicksal Syriens könne nur das syrische Volk entscheiden. "Aber nicht auf dem Schlachtfeld oder über irgendwelche Aufstände, sondern über einen politischen Dialog." Kerry bezeichnete die Gespräche in Wien als "konstruktiv und produktiv", wie sein Sprecher Mark Toner in Washington sagte. Es habe neue Ideen gegeben, "die die Möglichkeit bergen, die Dynamik in Syrien zu ändern." Die Gesprächsteilnehmer könnten sich bereits am kommenden Freitag erneut treffen. Toner schloss eine künftige Beteiligung des Irans an den Gesprächen nicht aus.

Syrer suchen in Deutschland Asyl

Der seit viereinhalb Jahren anhaltende Bürgerkrieg in Syrien, der nach UN-Angaben bislang rund 4,2 Millionen Menschen ins Ausland getrieben hat, gilt als Hauptauslöser für die derzeitige Flüchtlingskrise in Europa. Syrische Flüchtlinge bilden auch die mit Abstand größte Gruppe, die derzeit in Deutschland Asyl sucht. Syrische Aktivisten warnten am Freitag vor einer neuen Fluchtwelle in Richtung Türkei, sollten die russischen Luftangriffe und Kämpfe im Norden des Landes andauern.