Kommentar:

Künstler müssen auch als Vorbild taugen

Deutsche Grand-Prix-Fans haben beim nächsten Mal keinen Einfluss darauf, wer für sie antritt. Nur das Lied steht zur Wahl. Gesungen wird es auf jeden Fall von Xavier Naidoo. Das gefällt Nachrichtenchef Marcel Auermann gar nicht.

Millionen lieben Xavier Naidoo, Millionen können ihn nicht leiden. Beschert der Popstar, der die Nation spaltet, den deutschen ESC-Machern ein Comeback oder einen neuen Nackenschlag?
Gregor Fischer Millionen lieben Xavier Naidoo, Millionen können ihn nicht leiden. Beschert der Popstar, der die Nation spaltet, den deutschen ESC-Machern ein Comeback oder einen neuen Nackenschlag?

Ein Sänger steht nie allein für seine Lieder. Er vertritt auch die Texte, die er singt. Als Star im Rampenlicht steht er unter genauer Beobachtung, seine Werte, Ansichten und Meinungen haben Gewicht. Für Millionen ist er Vorbild, manche folgen ihm blindlings, ohne Äußerungen kritisch zu hinterfragen. Die ARD gibt mit Xavier Naidoo nun einem Künstler ein Bühne, der nur allzu gerne völlig absurde Verschwörungstheorien unters Volk bringt, Deutschland als Kolonie der USA bezeichnet, sich antisemitisch äußert und sich bei einem Auftritt 2014 in Berlin bei einer Demonstration der sogenannten Reichsbürger mit rechtem Gesinnungsgut ins Abseits katapultierte. Darüberhinaus ist das Lied „Wo sind wir jetzt?“ von Naidoo zusammen mit dem Rapper Kool Savas eindeutig schwulenfeindlich.

Nein, Deutschland möchte nicht von so einem fragwürdigen Musiker bei einem Wettbewerb vertreten werden, dem weltweit mehr als 100 Millionen Menschen zuschauen. Denn der Eurovision Song Contest steht für Toleranz, Menschenwürde, Frieden, Liebe und Weltoffenheit. Alles, was Xavier Naidoo nicht bedingungslos vertritt.

Bei alldem ist es nur eine Randbemerkung, dass das Publikum dieses Jahr entmachtet wird und nur noch darüber abstimmt, mit welchem Lied Naidoo im kommenden Mai in Stockholm auftritt, aber nicht den Künstler an sich bestimmen darf. So sieht also Demokratie bei der öffentlich-rechtlichen, zwangsgebührenfinanzierten ARD aus.

 

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