Die Kanzlerin bei Anne Will:

Merkel in der Flüchtlingsfrage kämpferisch

Können wir das schaffen – so die Frage an die Bundeskanzlerin in der Talkshow von Anne Will. Ihre Antwort darauf ist nicht neu, die auf andere Fragen aber durchaus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich eine Stunde lang den Fragen von Anne Will zur Flüchtlingsfrage.
Michael Kappeler Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich eine Stunde lang den Fragen von Anne Will zur Flüchtlingsfrage.

Angela Merkel bleibt bei ihrer Auffassung zur Flüchtlingskrise: „Wir schaffen das, davon bin ich fest überzeugt.“ Sie sehe es als ihre Aufgabe, das Problem zu lösen, sagte sie am Mittwochabend in der Talkshow von Anne Will in der ARD. Es handele sich aber um die wohl schwierigste Herausforderung für Deutschland seit der Wiedervereinigung.

Merkel nannte drei Ansätze, um die Flüchtlingsströme zu beherrschen: Der Bund müsse die Bundesländer und die Kommunen finanziell stärker unterstützen. Wichtig sei zudem, eine faire Verteilung der Flüchtlinge in der Europäischen Union. Schließlich sei es notwendig, die Ursachen für die Flucht der Menschen in deren Heimatländern zu bekämpfen und die Situation in den Flüchtlingslagern im Libanon und Jordanien zu verbessern.

Zudem verwies die Kanzlerin auf die Gespräche mit der Türkei, wo schon seit Jahren zwei Millionen Flüchtlinge leben. Sie räumte ein, dass die Erarbeitung von Lösungsansätzen länger dauere als viele erwarten. Sie werde aber keine Versprechen abgeben, die sie nicht einlösen könne.

Dank an alle ehren- und hauptamtlichen Helfer

Merkel widersprach den Vorwürfen, dass sie nicht wisse, welche Probleme es in den Kommunen angesichts der vielen Flüchtlinge gebe. Täglich spreche sie mit Bürgermeistern und Landräten. Aus ihrer Sicht gebe es kein Chaos in Deutschland. Sie räumte aber ein, dass die „Prozesse besser gesteuert werden müssen“.

So sei es notwendig, Abschiebungen von reinen Wirtschaftsflüchtlingen konsequenter durchzusetzen. Sie werde sich aber nicht an einem europäischen Wettbewerb um die unfreundlichste Aufnahme von Flüchtlingen zum Zwecke der Abschreckung beteiligen.

Merkel bedankte sich ausdrücklich bei allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfern, insbesondere auch beim Freistaat Bayern. Trotz der permanenten Kritik zeigte sie Verständnis für den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Ihre Aufgabe als Kanzlerin sei aber nicht die Kritik an den Zuständen, sondern die Bewältigung des Problems.

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