G20-Treffen:

Merkel verbringt den Wahl-Sonntag in China

Kanzlerin Merkel traf kurz vor dem G20-Treffen in China den türkischen Präsidenten Erdogan, zum ersten Mal seit dem versuchten Putsch in der Türkei.

Jesco Denzel Kurzes Treffen vor dem G20-Treffen im chinesischen Hangzhou

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben vor Beginn des G20-Gipfels in China über die schwierigen deutsch-türkischen Beziehungen gesprochen. Ob Erdogan der Kanzlerin dabei die Aufhebung des Besuchsverbots für Bundestagsabgeordnete bei Bundeswehrsoldaten auf der Luftwaffenbasis Incirlik angekündigt hat, wurde in deutschen Regierungskreisen am Sonntag nicht mitgeteilt. Es hieß lediglich, das Gespräch sei konstruktiv verlaufen.

In Incirlik sind mehr als 200 deutsche Soldaten stationiert, die sich am internationalen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat beteiligen. Ankara hatte das Besuchsverbot aus Ärger über die Völkermord-Resolution des Bundestags zu den Armeniern erteilt. Merkel hatte am Freitag versucht, den Streit mit der Türkei darüber zu entschärfen. Die Kanzlerin sagte, der Parlamentsbeschluss zum Vorgehen des Osmanischen Reichs gegen die Armenier vor mehr als 100 Jahren sei für die Bundesregierung rechtlich nicht bindend.

Weitere Themen waren nach Regierungsangaben der Flüchtlingspakt zwischen der Türkei und der Europäischen Union sowie die "gemeinsame Sorge um den andauernden syrischen Bürgerkrieg". Es war das erste persönlichen Treffen von Merkel und Erdogan nach dem erfolglosen Putschversuch von Militärs in der Türkei im Juli. Zwischenzeitlich hatten sie telefoniert.