Vodafone, O2, Verizon Wireless:

Mobilfunker jonglieren mit Milliarden

Kaum eine Woche vergeht im Mobilfunk-Geschäft derzeit ohne die Ankündigung ambitionierter Pläne. Nun steht ein rekordverdächtiger Deal an.

Es könnte einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte werden. Der Mobilfunker Vodafone verhandelt mit dem US-Telekomkonzern Verizon über den Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless.
Armin Weigelt Es könnte einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte werden. Der Mobilfunker Vodafone verhandelt mit dem US-Telekomkonzern Verizon über den Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless.

Auf dem Mobilfunk-Markt werden die Karten neu gemischt: Vodafone will sich aus dem US-Geschäft verabschieden und lässt sich das wohl mit einem Geldsegen von 130 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) versüßen. Der spektakuläre Verkauf der Beteiligung am größten US-Mobilfunkmarktführer Verizon Wireless wäre aber nur ein Glied in einer langen Kette. Denn auf dem Mobilfunk-Markt ist auf beiden Seiten des Atlantiks derzeit mächtig Bewegung – auch in Deutschland.

Hierzulande kauft O2 den Konkurrenten E-Plus. Vodafone versucht gerade, den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zu schlucken. Den Milliardensegen aus Amerika kann Vodafone dazu nutzen, das schleppende Europa-Geschäft aufzupeppen und auch in anderen Ländern Kabelanbieter zu übernehmen.

Telefon, Internet und Fernsehen aus einer Hand

In Deutschland wird der Markt geradezu umgewirbelt. Die Nummern drei und vier im Markt, O2 und E-Plus, stehen vor dem Schulterschluss. Sie wollen ihre Netze zusammenlegen und aus zwei kleinen Spielern neben T-Mobile und Vodafone einen dritten großen schmieden. Für Verbraucher hat das Vor- und Nachteile. Die gute Nachricht ist, dass in einem solchen Fall drei Anbieter über das Geld verfügen, die Netze stark auszubauen und fit zu machen für die stetig steigende mobile Internet-Nutzung. Kehrseite ist aller Voraussicht nach, dass drei Anbieter beim Preiswettbewerb einen Gang runterschalten dürften.

Die zweite Milliardenübernahme kündigte Vodafone an: Für den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland müssen die Briten viel Geld hinblättern, denn sie bewerten das Unternehmen inklusive der Schulden mit 10,7 Milliarden Euro. Mit der Idee, Mobilfunk- und Kabelnetze unter einem Dach zusammenzuführen, folgt Vodafone der Vorgabe von Unternehmenschef Vittorio Colao, Kunden vermehrt Komplettpakete aus Telefon, Internet und Fernsehen anzubieten. Den Anfang machten die Briten zu Hause und kauften das Netz von Cable & Wireless. Nun wagen sie den großen Wurf in Deutschland. Beide Deals haben eines gemein: Sie wollen Einheiten schaffen, die es mit der Deutschen Telekom aufnehmen können.

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