EU-Gericht verhandelt:

„Monsterbacke“-Joghurt wird vor Gericht behandelt

Der Fall "Monsterbacke" geht in die nächste Runde. EU-Richter sollen entscheiden, ob Ehrmann mit einem strittigen Slogan für seinen Früchtequark werben darf. Das Urteil dürfte richtungsweisend sein.

„So wichtig wie das tägliche Glas Milch“ soll die Monsterbacke laut Hersteller Ehrmann sein.
Franziska Kraufmann „So wichtig wie das tägliche Glas Milch“ soll die Monsterbacke laut Hersteller Ehrmann sein.

Der Joghurthersteller Ehrmann hat seine umstrittene Werbung für den Früchtequark „Monsterbacke“ vor dem Europäischen Gerichtshof verteidigt. Der Werbeslogan „So wichtig wie das tägliche Glas Milch!“ verstoße nicht gegen die EU-Vorgaben, sagte ein Anwalt des Allgäuer Unternehmens am Donnerstag bei der mündlichen Verhandlung.

Die deutsche Wettbewerbszentrale hatte Ehrmann verklagt, weil der Spruch das positive Image der Milch einfach auf das Produkt übertrage, obwohl „Monsterbacke“ fast dreimal so viel Zucker enthalte. Das Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet. Es dürfte Grundsatzcharakter für die Werbung für zuckerhaltige Produkte haben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte die EU-Richter um Hilfe bei der Auslegung des europäischen Rechts gebeten. Der Streit dreht sich um die Frage, ob es sich bei dem Werbespruch um eine gesundheitsbezogene Angabe handelt. Diese ist nach europäischem Recht nur ausnahmsweise erlaubt. Erst nach einem Urteil aus Luxemburg wird der BGH weiterverhandeln.

Klare gesetzliche Vorgaben gefordert

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs schickte keinen Vertreter nach Luxemburg und erklärte, man fühle sich durch die EU-Kommission gut vertreten. „Bei Verbrauchern kann das den Eindruck hervorrufen, dass durch den Verzehr das Gesundheitsrisiko gesenkt wird“, sagte die Anwältin der Kommission. Somit müssten Hinweise auf dem Produkt platziert werden.

Ein EU-Richter sagte, „Monsterbacke“ stehe stellvertretend für eine Reihe von Produkten auf dem Lebensmittelmarkt. Der Sprecher der Verbraucherorganisation Foodwatch, Martin Rücker, forderte die deutsche Regierung zum Handeln auf. „Sie muss klare gesetzliche Vorgaben an die Hersteller durchsetzen, damit irreführende Produkte gar nicht in den Handel kommen.“

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