Kampfjet-Abschuss:

Moskau wirft Ankara "geplante Provokation" vor

Die Regierung in Ankara nennt Russland einen "Freund", doch Moskau lässt sich dadurch keineswegs beschwichtigen. Russland spricht nach dem Abschuss eines Bombers durch die Türkei von einem Hinterhalt.

Mit Kampfflugzeugen wie diesem vom Typ F-16 will die Türkei ihr Territorium verteidigen.
Ingo Wagner Mit Kampfflugzeugen wie diesem vom Typ F-16 will die Türkei ihr Territorium verteidigen.

"Wir haben ernsthafte Zweifel daran, dass dies unbeabsichtigt war", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. "Dies war ganz offensichtlich ein Hinterhalt: Sie warteten, beobachteten und haben einen Vorwand gesucht." Der Zwischenfall bedroht die internationalen Bemühungen um ein gemeinsames Vorgehen gegen den Terrorismus im Syrien-Konflikt. "Durch den Abschuss hat sich die Lage noch einmal verschärft", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag. "Wir müssen jetzt alles tun, eine Eskalation zu vermeiden."

Türkei dürfe Souveränität verteidigen

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow stellte einen gemeinsamen Anti-Terror-Kampf mit der Türkei in Zweifel. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte, Moskau werde alle militärischen Kontakte mit Ankara vorerst einfrieren. Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Barack Obama habe in einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan gesagt, die Türkei habe aus Sicht der USA und der Nato das Recht, ihre Souveränität zu verteidigen. Laut Erdogan stellte sich erst nach dem Abschuss heraus, dass es sich um ein russisches Flugzeug handelte. Erdogan sagte: "Wir denken definitiv nicht an so etwas wie eine Eskalation dieses Zwischenfalls."

Nach Nato-Erkenntnissen dürfte die Darstellung des Bündnispartners Türkei zutreffen, wonach der Bomber vom Typ Suchoi Su-24 nach einer Verletzung des türkischen Flugraums beschossen wurde. Moskau betonte, der Flieger habe für die Türkei keine Gefahr dargestellt und sei über syrischem Boden abgeschossen worden. Kreml-Sprecher Peskow wertete den Abschuss als Verstoß gegen das Völkerrecht. Medienberichten zufolge war der russische Jet nur 17 Sekunden im türkischen Luftraum und wurde über syrischem Territorium getroffen.

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