Preisexplosion in Deutschland:

Mysteriöses Garnelensterben in Asien treibt Kosten nach oben

Alarm für Garnelenfreunde: Züchtern in Asien sterben die Garnelen tonnenweise weg. Eine mysteriöse Krankheit ist Schuld, die Experten stochern im Nebel.

Die Garnelenzucht ist als Monokultur anfällig für Bakterien und Viren.
Christian Hager Die Garnelenzucht ist als Monokultur anfällig für Bakterien und Viren.

Viele Garnelenzüchter in Thailand und anderen asiatischen Ländern stehen vor dem Ruin: Hilflos müssen sie einem Massensterben in ihren Zuchtbecken zusehen. Die Auswirkungen auf den deutschen Markt sind nur eine Frage der Zeit.„Die Preise für Rohware steigen fast stündlich“, sagt Constance Radke vom Vorstand des Deutschen Seafood-Verbandes, der 17 Garnelenimporteure repräsentiert. „Innerhalb weniger Monate sind sie etwa 50 Prozent angezogen. Klar hat das Auswirkungen auf den Markt.“

Thailand ist einer der weltgrößten Exporteure von Garnelen aus Aquakultur. Garnelen sind Langschwanzkrebse. Bei zubereiteten Garnelen war das Land 2012 in der EU mit 72 500 Tonnen größter Lieferant vor Kanada und Grönland. „Thailand ist praktisch aus dem Markt“, sagt Radke. Auch für Garnelen aus anderen Regionen seien die Preise aber gestiegen - eine Frage von Angebot und Nachfrage.

„Wir müssen Wasser von außerhalb besorgen"

„Bei uns begann das Problem im August vergangenen Jahres, wir haben 80 Prozent unserer Produktion verloren“, sagt Prayoon Hongrat, der in der Provinzu Chantaburi in Ostthailand die Aquafarming Sureerath betreibt. „Wir müssen Wasser von außerhalb besorgen und ich nehme an, dass unsere Zuchtbecken dadurch kontaminiert wurden.“ Noch im vergangenen Jahr landeten 80 Prozent der thailändischen Produktion von 485 000 Tonnen auf ausländischen Tellern. Die Produktion dürfte in diesem Jahr auf gut die Hälfte einbrechen, sagt der Präsident des Gefrierwarenverbandes, Poj Aramwattananont.

Die Garnelenzucht ist als Monokultur anfällig für Bakterien und Viren. Rund 20 Krankheiten sind bekannt, sagt Simon Funge-Smith, Fischerei-Experte der UN-Agrarorganisation (FAO) in Bangkok. Bei EMS-Befall entwickeln sich die Jungtiere nicht und der Verdauungstrakt stirbt ab. Abhilfe gibt es noch nicht.

China, Thailand, Vietnam und Malaysia machten 2011 nach Angaben der FAO rund 70 Prozent der weltweiten Garnelen-Exporte aus. Alle sind betroffen. In der chinesischen Küstenprovinz Guangdong, in der die meisten Produzenten ihren Sitz haben, ging die Produktion im ersten Halbjahr 2013 um rund ein Drittel zurück, sagt der Vizepräsident des chinesischen Branchenverbandes CAPPMA, Cui He.

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