Bistum Limburg:

Papst entscheidet: Bischof braucht eine Auszeit

Der schwer angeschlagene Limburger Bischof Tebartz-van Elst muss sich zurückziehen, zunächst vorübergehend. Ausschlaggebend für seine Zukunft dürfte nun das Ergebnis einer Prüfung der Bischöfe sein.

Wie oft wird man Franz-Peter Tebartz-van Elst noch als Bischof im Dom zu Limburg sehen? Erst einmal wird er eine Zeit außerhalb der Diözese verbringen – so lautet der Wille seines Vorgesetzten, Papst Franziskus.
Fredrik von Erichsen Wie oft wird man Franz-Peter Tebartz-van Elst noch als Bischof im Dom zu Limburg sehen? Erst einmal wird er eine Zeit außerhalb der Diözese verbringen – so lautet der Wille seines Vorgesetzten, Papst Franziskus.

Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird vom Papst aus der Schusslinie genommen. Er muss nach Einschätzung seiner Kritiker weiter um eine Rückkehr ins Amt bangen. Während seiner Auszeit werde der Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch die Amtsgeschäfte in Limburg übernehmen, teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Tebartz-van Elst werden seit Wochen Verschwendung und Verschleierung vorgeworfen.

In der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, in welcher der Bischof seinen Dienst „zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann“, hieß es in der Mitteilung. In Absprache mit Papst Franziskus werde sich Tebartz-van Elst daher zunächst von den Amtsgeschäften im Bistum zurückziehen. Nach dpa-Informationen wird angestrebt, die Zukunft des Bischofs binnen zwei Monaten – vor dem Weihnachtsfest – endgültig zu klären. Wie der Kirchenrechtler Thomas Schüller sagte, sei der Papst derzeit de facto der Bischof von Limburg.

Stadtdekan als Stellvertreter

Tebartz-van Elst steht vor allem wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren Residenz auf dem Limburger Domberg in der Kritik. Außerdem droht dem 53-Jährigen neben einem Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien weiterer Ärger mit der Justiz.

Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Prüfungskommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe. Bis Ergebnisse vorlägen, werde Tebartz-van Elst „eine Zeit außerhalb der Diözese“ verbringen, so die Entscheidung aus Rom.

Vorübergehender Stellvertreter des Bischofs in Limburg ist der bisherige Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch. Er sollte im Januar ohnehin an die Verwaltungsspitze des Bistums vorrücken. Der 54-Jährige wurde in Wiesbaden geboren und wuchs im Rheingau auf. Er studierte zunächst fünf Jahre lang Maschinenbau, bevor er sich für die katholische Theologie entschied. Dieses Fach studierte Rösch in Frankfurt und Rom, wo er 1990 zum Priester geweiht wurde. Seine erste Pfarrstelle hatte er im Limburger Raum.

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