Verteidiger wollen aufhören:

Platzt der NSU-Prozess nach zwei Jahren Verhandlungsdauer?

Nach mehr als zwei Jahren Verhandlungszeit droht dem NSU-Prozess gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe der Abbruch.

Die drei Anwälte dWolfgang Stahl (l-r), Wolfgang Heer (M) und Anja Sturm wollen Beate Zschäpe nicht mehr verteidigen.
Peter Kneffel Die drei Anwälte dWolfgang Stahl (l-r), Wolfgang Heer (M) und Anja Sturm wollen Beate Zschäpe nicht mehr verteidigen.

Im Münchner NSU-Prozess haben die drei bisherigen Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe - nämlich Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm - am Montag überraschend ihre Entbindung von ihren Pflichtmandaten beantragt.

Er habe sich diesen Schritt "weidlich überlegt", sagte Rechtsanwalt Heer. Er sei sich darüber im Klaren, dass der Prozess damit neu begonnen werden müsste.

Das Gericht unterbrach die Verhandlung für eine halbe Stunde. Erst vor kurzem hatte das Gericht mit Mathias Grasel einen vierten Verteidiger bestellt.

Der NSU-Prozess hatte am 6. Mai 2013 begonnen und läuft damit seit mehr als zwei Jahren. Der Montag war der 219. Verhandlungstag.

Der einzige Zeuge dieses Tages, der Zschäpe schon bei seiner ersten Vernehmung belastete, wurde zunächst nicht aufgerufen.

Zschäpe muss sich in dem Verfahren für die zehn Morde verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) vorwirft.

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