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Rechtes Mörder-Trio als TV-Helden

Drei Brüder ziehen in Kolumbien mit ihren Paramilitärs mordend und plündernd durchs Land. Jetzt sind sie die Stars einer umstrittenen Telenovela.

Fidel Castano (Schauspieler Gregorio Perrnia)
RCN/Felipe Triana

Noch am Grab des Vaters schwören die Brüder blutige Rache. Linke Guerilleros haben das Familienoberhaupt getötet, nun wollen die Castaños Vergeltung üben. Der Handschlag über dem Sarg ist die Schlüsselszene von „Tres Caines“: Die kolumbianische Telenovela des Senders RCN erzählt die Geschichte von Carlos, Fidel und Vicente Castaño – den Gründern der Autodefensas Unidas de Colombia (AUC).

Die rechtsgerichteten Paramilitärs zogen bis 2006 mordend und plündernd durchs Land. Gegründet einst als Selbstverteidigungstruppe der reichen Rinderzüchter im Norden Kolumbiens, mischten sie bald im Drogenhandel mit, verübten Attentate auf linke Politiker und terrorisierten die verarmte Landbevölkerung. Mittlerweile sollen die Brüder entweder tot oder untergetaucht sein.

Aufklärung oder Verklärung?

Menschenrechtsgruppen und Opferverbände werfen den Produzenten vor, den bewaffneten Konflikt in Kolumbien ausschließlich aus der Sicht der Täter zu zeigen.  Drehbuchautor Gustavo Bolívar hingegen sieht sich als Aufklärer. „Ich will, dass das Land sich bewusst macht, dass es diese Probleme gibt“, sagt er.