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Reisen nach Spanien und in die Türkei werden teurer

Die Preise für Reisen nach Ägypten werden günstiger. Die politischen Unruhen im Land führten dort zu einem Umsatz­einbruch. Jetzt droht der Branche ein neues Problem.

Zusätzlich zu den Preisänderungen gibt es Überlegungen im Reisekonzern Tui, die rund 200 Marken zu verringern.
Julian Stratenschulte Zusätzlich zu den Preisänderungen gibt es Überlegungen im Reisekonzern Tui, die rund 200 Marken zu verringern.

Tui-Kunden müssen für beliebte Reiseziele im kommenden Sommer tiefer in die Tasche greifen. Der Marktführer erhöht die Preise für Urlaub in Spanien um zwei Prozent und für Reisen in die Türkei um 2,5 Prozent. Das kündigte der Touristik-Chef von Tui Deutschland, Oliver Dörschuck, am Samstag bei der Vorstellung der Sommerkataloge auf Teneriffa an.

Im Schnitt bleiben die Preise stabil. Drei Prozent weniger zahlen Touristen etwa für Urlaub auf Mauritius und den Malediven. Die USA und Australien werden um zwei Prozent günstiger, Griechenland um 1,5 Prozent. Reisen nach Ägypten bietet Tui im Sommer 2014 für niedrigere Preise an (minus zwei Prozent). Das Geschäft brach im Sommer 2013 wegen der politischen Unruhen um ­43 Prozent ein. „Das liegt vor allem an den letzten Monaten“, sagte Tui-Deutschland-Chef Christian Clemens. Zeitweise sagte Tui wegen der unsicheren Lage sämtliche Reisen in das Land ab.

Konzern will Kosten senken

Langfristig stehen wichtige Änderungen bei Tui an. So will der Reisekonzern die Zahl der Marken im Unternehmen deutlich verringern. Das bestätigte eine Sprecherin der Tui AG. Konzernchef Friedrich Joussen sagte, Tui habe weit über 200 Marken, der Auftritt sei extrem fragmentiert. „Ich halte mindestens die Hälfte davon für entbehrlich.“Clemens schloss nicht aus, dass sich die Zahl der Marken von Tui Deutschland künftig verringern würde. „Im Moment sehe ich das aber nicht.“

Wann Tui die Marken zusammenstreiche und ob Arbeitsplätze betroffen seien, stehe noch nicht fest, so die Sprecherin. Konzernchef Joussen hatte ein straffes Sparprogramm eingeleitet, um die Kostenstruktur zu verbessern. Vor allem in der Zentrale in Hannover gibt es Einschnitte. Außerdem soll das Hotel-Geschäft mit den diversen Marken gestrafft und die Verschuldung verringert werden. Im dritten Quartal war Tui wegen höherer Reisepreise und der Erholung der Container-Reederei Hapag-Lloyd in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Clemens warnte vor den Folgen der möglicherweise anstehenden Steuernachzahlungen für Reiseunternehmen, durch die auf deutsche Veranstalter enorme Gewerbesteuer-Nachzahlungen zukommen könnten. „Das kann eine Frage von sehr, sehr vielen Arbeitsplätzen in der Branche sein“, warnte er. „Wenn so eine Steuer kommt, müssen wir überlegen, ob wir den Hoteleinkauf ins Ausland verlegen.“ Tui sei ein globales Unternehmen und könne den Einkauf der Kontingente zum Beispiel nach Österreich oder Dänemark verlagern.