Erfolgsserie gestoppt:

Schlappe für rechtsextremen Front National in Frankreich

Dem glanzvollen Sieg folgt für Frankreichs Rechtsextreme eine Niederlage in allen Regionen. Parteichefin Le Pen gibt sich dennoch kämpferisch. Und Regierungschef Valls will seine Lehren ziehen.

OLIVIER HOSLET Die Parteichefin des Front National Marine Le Pen zeigte sich trotz der bitteren Niederlage kämpferisch.

Niederlagen in allen Regionen haben die Erfolgsserie von Frankreichs rechtsextremer Front National (FN) vorläufig gestoppt. Unmittelbar nach Ende des zweiten Wahlgangs gab sich Parteichefin Marine Le Pen dennoch kämpferisch. "Nichts kann uns aufhalten", rief Le Pen jubelnden Anhängern zu, die Front National befinde sich in einem "unaufhaltsamen Aufstieg".

Eine Woche nach ihrem Triumph in der ersten Runde musste die FN im zweiten Durchgang bittere Niederlagen einstecken. Zuvor hatten die Rechtsextremen noch in sechs Regionen geführt hatte.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich zufrieden über den Wahlausgang in Frankreich. "Trotzdem: Das Erstarken rechter und rechtsextremer Parteien in Europa bereitet mir große Sorgen. Ein Rückfall in nationale Abschottung ist das Letzte, was wir heute in Europa brauchen", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montag). "Denn das vergiftet nicht nur das Klima, schürt Hass und Zwiespalt zwischen den Menschen, sondern er verhindert zudem die Lösung drängender Aufgaben, mit denen Europa heute massiv konfrontiert ist."

In allen Regionen Frankreichs gewannen nun Kandidaten der regierenden Sozialisten und der oppositionellen Republikaner. Die Konservativen siegten in sieben Regionen des Kernlandes, die Linke lag in fünf Regionen vorn, Korsika ging an einen unabhängigen Bewerber.

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