Kommentar:

Sexualstraftaten müssen streng und hart geahndet werden

Was ist ein harmloses Foto und was Kinderpornografie? Die Affäre um den SPD-Mann Edathy hat die schwierige Frage neu aufgebracht. Nun wird das Gesetz an einigen Stellen verschärft. Und das ist gut so, meint Nachrichtenchef Marcel Auermann.

Kinder und Jugendliche sollen besser vor sexuellem Missbrauch und unerlaubten Nacktaufnahmen geschützt werden.
Marius Becker Kinder und Jugendliche sollen besser vor sexuellem Missbrauch und unerlaubten Nacktaufnahmen geschützt werden.

Entschuldigung, bitte! Natürlich ist das neue Sexualstrafrecht scharf und hart und kennt in manchen Bereichen keine Gnade. So soll es auch sein. Das ist gut so. Nicht anders hätte es ausfallen dürfen. Wer sich an Kindern vergeht oder sie übers Internet und auf Bildern zur Lustbefriedigung wie eine Sache benutzt, ist krank. Der Nachwuchs, das schwächste Glied in unserer Gesellschaft, gehört unter einen besonderen Schutz gestellt. Die Gesetze helfen dabei. Sie signalisieren: Bis hierhin – und nicht weiter. Wer eine bestimmte Grenze überschreitet, erkennt zweifellos, dass er Hilfe, eine Therapie benötigt. Dass er Ekelhaftes und Unmoralisches tut. Dass seine Neigungen nicht normal sind.

Mitnichten fördert der Maßnahmenkatalog von Justizminister Heiko Maas die Prüderie. Es braucht keine Bilder von nackten Kindern beim Wickeln, beim Wannenbad, beim Umziehen oder ähnliche sogenannte Posing-Fotos. Noch viel weniger gehören solche – vielleicht unwillkürlichen – Familienschnappschüsse ins Internet gestellt, wo sie jedermann sieht.

Die Gesetze verfangen in jeder Hinsicht. Sie regen zum Nachdenken an. Es sollte eben nicht mehr sinnlos auf den Auslöser gedrückt werden und vor dem Einstellen ins Netz doppelt und dreifach nachgedacht werden, damit es erst gar nicht zu Kalamitäten und Schweinereien kommen kann.