Große Wohnung, dicker Dienstwagen, gutes Gehalt:

So leben die deutschen Oberhirten

Dem Limburger Bischof wird Prunksucht vorgeworfen. Die meisten seiner katholischen Amtsbrüder in Deutschland bevorzugen hingegen einen bescheideneren Lebensstil. Doch auch sie können Annehmlichkeiten genießen: Vor allem große Dienstwohnungen und Luxus-Limousinen.

Das Palais Holnstein: Dort wohnt der Münchner Erzbischofs Kardinal Marx mietfrei.
Sven Hoppe Das Palais Holnstein: Dort wohnt der Münchner Erzbischofs Kardinal Marx mietfrei.

Die Finanz-Affäre um den Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst hat auch eine Debatte um den Lebensstil der katholischen Bischöfe in Deutschland ausgelöst. Es ist eine Diskussion um Wohlstand und Luxus, die auch der neue Papst Franziskus mitprägt. Ihm wird ein bescheidener Lebensstil zugeschrieben. In einer Umfrage nennen deutsche Oberhirten Details aus ihrem Lebensumfeld, zu ihrer Wohnsituation, zu Dienstwagen und Sold sowie zu Bauprojekten der Bistümer.

München-Freising: 11 500 Euro Gehalt

Kardinal Reinhard Marx zählt zu den Großverdienern unter den deutschen Bischöfen. Er kommt auf 11 500 Euro pro Monat. Miete muss er davon nicht zahlen. Der Freistaat Bayern stellt dem einflussreichen Oberhirten das Erzbischöfliche Palais zur Verfügung.

Marx bewohnt im Palais Holnstein eine Drei-Zimmer-Wohnung (90 qm). Das Rokokogebäude wurde für acht Millionen Euro generalsaniert. Den Löwenanteil zahlte das Land Bayern. Marx hat als Dienstwagen die Oberklasse-Limousine BMW 730i, mit Chauffeur.

Berlin: Fahrrad ersetzt oft den BMW

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki lebt in einer Fünf-Zimmer-Wohnung im Stadtteil Wedding. Das Haus gehört einer Wohnungsbaugesellschaft der katholischen Kirche. Unterwegs ist Woelki in einem 5er BMW, eine Nummer kleiner als die Dienstwagen vieler seiner Amtsbrüder. Das Auto lässt der Bischof aber laut Erzbistum so oft wie möglich stehen. Woelki fährt auch Rad.

Hamburg: Hanseatisches Sparsamkeitsprinzip

Das Erzbistum sieht sich in seiner Haushaltsführung in der Tradition hanseatischer Kaufleute. „Der Erzbischof hat immer deutlich gemacht, dass Kirche für die Menschen da ist und mit den Finanzmitteln verantwortlich, bescheiden und transparent umgegangen werden müsse“, sagte ein Bistumssprecher.

Erzbischof Werner Thissen lebt in einer 109 qm großen Wohnung. Eines der größten Bauprojekte zuletzt: Die Sanierung und teilweise Neugestaltung des Hamburger Mariendoms für 7,8 Millionen Euro aus Spenden.

Görlitz: Ein gebrauchter Opel tut‘s auch

Bischof Wolfgang Ipolt lebt bescheiden. Für Reisen nutzt er den Zug. Sein Dienstwagen sei kleiner als der von so manchem Handwerksmeister, so das Bistum. „Meist kommt der Bischof mit dem Fahrrad oder seinem gebrauchten Opel“, sagte ein Sprecher. Er bewohnt ein Einfamilienhaus mit knapp 100 qm Wohnfläche.

Dresden-Meißen: Das Büro im Mercedes

Bischof Heiner Koch wohnt in einer 150-Quadratmeter-Wohnung. Dafür zahlt er 870 Euro Kaltmiete. Chauffiert wird er in seinem Dienstwagen Mercedes Hybrid E300 bluetec. Den nutzt er auch intensiv als Büro auf langen Fahrten. In Leipzig geht gerade der größte Kirchenneubau im Osten seit 1989 vonstatten, er soll 15 Millionen Euro kosten. Doch die Finanzen für die Propsteikirche St. Trinitatis laufen laut Bistum nicht aus dem Ruder. Finanziert wird der Bau aus Spenden und Kirchenmitteln.

Magdeburg: Bescheidene drei Zimmer

Bischof Gerhard Feige legt keinen Wert auf Pomp. Er bewohnt eine Drei-Zimmer-Wohnung in einem Haus, das der Kirche gehört. Privat fährt der 61-Jährige einen VW Golf. Für Fahrten im Auftrag des Herren steht ihm aber auch ein Dienstwagen zur Verfügung.

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