Wer bekommt Weihnachtsgeld?:

So mancher geht leer aus beim 13. Gehalt

Am Ende des Geldes ist wieder so viel Monat übrig. Ein alter Spruch, aber doch oft wahr. Nur einmal im Jahr – zur Weihnachtszeit – können sich einige auf eine Sonderzahlung freuen. Glück hat, wer unter Tarifbedingungen arbeitet.

Weihnachtsgeld ist für die meisten Beschäftigten im Osten nicht selbstverständlich.
Ingo Wagner Weihnachtsgeld ist für die meisten Beschäftigten im Osten nicht selbstverständlich.

Zuerst die gute Nachricht: Die Gewerkschaftler sind sich einig, dass Unternehmen ohne tarifliche Regelungen immer mehr ins Hintertreffen geraten. Da müsste doch zumindest eine kleine Sonderzahlung zu Weihnachten drin sein?

Doch leider kommt kaum eine gute Nachricht ohne ihr Pendant – der schlechten – aus: Laut einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung bekommen nur 39 Prozent der in Ostdeutschland Beschäftigten ein Weihnachtsgeld. Einen allgemeinen Anspruch auf das zusätzliche Geld gibt es nämlich nicht, sagt Jens Matschenz von der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern. Wer darf sich denn nun über das 13. Gehalt zu Weihnachten freuen?

Tischler bekommen endlich wieder Weihnachtsgeld

Aufklärung gibt vor allem ein Blick in den Arbeitsvertrag. Wenn das Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist, ist in der Regel eine Sonderzahlung für den Arbeitnehmer Pflicht. Ausnahmen von dieser Regel gibt es jedoch. Zum Beispiel bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Brandenburg. Dort wurde für viele Beschäftigte gekämpft, überhaupt genügend Geld zum Leben zu haben, so Geschäftsführer Uwe Ledwig. Ein Weihnachtsgeld war nicht auch noch drin.

Bei der IG Metall Nord wird für die Branchen Metall- und Elektroindustrie, Kfz-Handwerk, technische Gebäudeausrüstung und das Tischlerhandwerk ein Weihnachtsgeld gezahlt, so Heiko Messerschmidt. Insgesamt trifft dies damit auf etwa 12  500 Beschäftigte in MV zu. Auf die Tischler weist auch sein Kollege der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Bodo Grzonka, hin: Für diese gibt es nach langer Zeit wieder eine Sonderzahlung. Auch die etwa 5000 Beschäftigten bei Nordmetall in MV haben Anspruch auf Geld.

Ohne Tarif müssen Beschäftigte auf Großzügigkeit hoffen

Einfacher ist es bei den Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst. Sie dürfen sich generell über Sonderzahlungen freuen. Beamte erhalten als Jahressonderzahlung einen Grundbetrag, 37,5 Prozent der Bezüge im Dezember und einen Sonderbeitrag für Kinder. Bei den Angestellten wird die Zahlung ebenfalls prozentual nach Tarifgruppen berechnet. Der Begriff des sogenannten 13. Gehalts ist allerdings irreführend. Nur in seltenen Fällen gibt es bis zu 100 Prozent Extra. Bei einigen Branchen sind es auch nur 20 Prozent des Gehalts.

Wer nicht an einen Tarifvertrag gebunden ist, muss auf die Großzügigkeit seines Arbeitgebers hoffen. So etwa beim AGV Nord, wo es keinen Tarifvertrag gibt. Dort kann jedes Unternehmen selbst entscheiden, so Peter Schlaffke. Und die Beschäftigten seien selbst schuld, sagt NGG-Chef Ledwig. Wer nicht für seine Rechte kämpft, der wird auch nicht belohnt.

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