Urteil gegen Tierzüchter:

Straathof darf in Deutschland keine Schweine halten

Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat am Montag das Tierhaltungsverbot gegen den Schweinezüchter Adrianus Straathof bestätigt. Doch welche Folgen hat das bundesweit gültige Urteil für die regionalen Anlagen?

Tierzüchter Adrianus Straathof war wegen seiner riesigen Schweinemastanlagen wiederholt in die Kritik geraten.
Carsten Rehder Tierzüchter Adrianus Straathof war wegen seiner riesigen Schweinemastanlagen wiederholt in die Kritik geraten.

 „Das Gericht ist zu der Überzeugung gelangt, dass dem Kläger das Halten und Betreuen von Schweinen zu Recht untersagt worden ist“, teilte ein Sprecher mit. Berufung ließ das Gericht nicht zu. Gegen diese Nicht-Zulassung der Berufung kann Straathof allerdings vor das Oberverwaltungsgericht ziehen. Die Kammer hatte seit der vergangenen Woche in einer mündlichen Verhandlung über das Verbot des Kreises Jerichower Land beraten.

Welche Folgen das bundesweit gültige Urteil hat, ist zunächst unklar. Straathof, der als einer der größten Schweinezüchter in Europa galt, hatte wegen des Verfahrens seine Funktion als Geschäftsführer abgegeben. Später gab er zudem seine Anteile an dem Unternehmen mit Betrieben in mehreren Bundesländern an einen Treuhänder.

Verbot war im Jahr 2014 erlassen worden

Die Kammer stellte nun fest, dass kranke Tiere in dem Betrieb im Jerichower Land nicht ausreichend versorgt wurden und Tiere zu lange in zu kleinen Kastenständen untergebracht waren. Straathof ist nach Auffassung des Gerichts als der verantwortliche Tierhalter anzusehen.

Das Tierhaltungsverbot war vom Landkreis 2014 erlassen worden. Zunächst ging es vor Gericht in Eilverfahren, in denen um Rechtsschutz und sofortige Vollziehbarkeit des Verbots gestritten wurde, durch mehrere Instanzen. Zudem wurde das Verfahren längere Zeit ausgesetzt, um eine Entscheidung des Oberverwaltungsgericht zu den Mindestgrößen der Kastenstände abzuwarten.