„Leuchtfeuer der Hoffnung“:

Südafrika und die Welt nehmen Abschied von Nelson Mandela

Nelson Mandela ist eine herausragende Figur der Geschichte, er bleibt ein Lehrer für die ganze Menschheit. Auf der Trauerfeier hieß es: „Wir werden dich vermissen, aber wir wissen, dass du auf uns aufpasst.“

Mit Transparenten und Gesängen zogen die Menschen ins Stadion zur Trauerfeier für Nelson Mandela.
Ian Langsdon Mit Transparenten und Gesängen zogen die Menschen ins Stadion zur Trauerfeier für Nelson Mandela.

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Südafrika und die Welt Nelson Mandela geehrt. Rund 90 Staats- und Regierungschefs, Familienangehörige und Zehntausende Südafrikaner würdigten im FNB-Stadion von Johannesburg den im Alter von 95 Jahren gestorbenen Freiheitshelden und Friedensnobelpreisträger. Ein „Leuchtfeuer der Hoffnung und der Menschenrechte“ nannte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon den Kämpfer gegen die Rassentrennung. „Nelson Mandela hat uns den Weg gewiesen.“ Daraus resultiere nun die Verpflichtung, seinem Beispiel zu folgen.

Auch Bundespräsident Gauck unter den Gästen

Strömender Regen begleitete am Dienstag die zentrale Trauerfeier. Wegen des schlechten Wetters waren weniger Menschen als erwartet gekommen. Unter den Trauergästen waren US-Präsident Barack Obama, Bundespräsident Joachim Gauck und viele andere Staatsgäste aus aller Welt, so auch der kubanische Präsident Raúl Castro.

Obama wurde mit großem Jubel empfangen. Dagegen wurde Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma immer wieder ausgebuht. Sobald das Bild Zumas auf den Stadion-Fernsehschirmen gezeigt wurde, kam es zu heftigen Missfallensäußerungen.

"Vater Südafrikas"

Ban Ki-Moon bezeichnete Mandela in seiner Rede als „Helden für die Welt“ und einen „Vater Südafrikas“. Angehörige Mandelas würdigten den Verstorbenen als Halt und Fels der Familie. Er wünsche sich, dass die Botschaft Mandelas der Friedfertigkeit noch lange in der Welt nachhallen werde, so General Thanduxolo Mandela. Der Vizechef der Regierungspartei ANC bezeichnete Mandela als einen „Lehrer“ für seine Landsleute. „Tun wir alles, dass Madibas Traum nicht stirbt“, sagte er.

Der Leichnam des Friedensnobelpreisträgers war nicht im Stadion aufgebahrt. Er wird am Sonntag im Dorf Qunu im Süden des Landes beigesetzt. Der erste schwarze Präsident Südafrikas war am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben. „Er blieb ein einfacher Mann des Volkes“, sagte Thanduxolo Mandela. „Er war ein Sohn Afrikas.“

Menschen strömen singend und tanzend ins Stadion

Schon in den frühen Morgenstunden waren viele Südafrikaner unter grauem Himmel in das von Polizei großflächig abgesicherte Stadion im Johannesburger Stadtteils Soweto gekommen. Manche hatten die ganze Nacht vor dem Stadion verbracht, um auf jeden Fall dabei zu sein. Am Morgen dann strömten immer Menschen singend und tanzend ins Stadion, trugen südafrikanische Fahnen und Bilder Mandelas. „Ich musste heute kommen, um den Mann zu ehren, der gekämpft hatte, damit unser Land frei ist“, sagte Thuto Motsepe. Immer wieder sangen die Menschen die Worte „Tata Mandela“ (Vater Mandela).

Zur Trauerfeier war nach Angaben der südafrikanischen Regierung die größte Zahl von Staatsoberhäuptern in der Geschichte zusammengekommen. Der Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums, Clayson Monyela, sprach von enormen organisatorischen und logistischen Herausforderungen. Bei der Großveranstaltung kam es zunächst zu keiner der befürchteten Pannen oder Zwischenfällen. Die Feier hatte allerdings mit einer Stunde Verspätung begonnen. Der Trauerakt wurde an vielen Orten im Land auf Großleinwänden übertragen.

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