Spionage-Affäre:

Telekom arbeitet am deutschen Internet

Die Deutsche Telekom versucht nach der NSA-Spionageaffäre aktiv, ein innerdeutsches Internet auf die Beine zu stellen.

Die Daten sollen die Landesgrenzen nicht verlassen.
Oliver Berg Die Daten sollen die Landesgrenzen nicht verlassen.

Die Deutsche Telekom versucht nach der NSA-Spionageaffäre aktiv, ein innerdeutsches Internet auf die Beine zu stellen. „Es laufen Gespräche mit diversen Partnern“, sagte ein Telekomsprecher am Sonntag und bestätigte einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“.

Es gehe dabei zum Beispiel um Netzbetreiber, deren Unterstützung für ein solches Projekt notwendig wäre. Zum Stand der Gespräche äußerte sich der Sprecher nicht. Vor allem nach Bekanntwerden der weitreichenden Internet-Überwachung durch die NSA kamen immer mehr Gedankenspiele für ein innerdeutsches oder europäisches Internet auf. Die Idee dabei ist, dass der Datenverkehr zwischen Punkten in Deutschland oder Europa nicht die regionalen Grenzen verlassen soll.

In Europa wurde zum Beispiel ein „Schengen-Routing“ mit Ländern des freien Grenzverkehrs ins Gespräch gebracht. Dabei bliebe Großbritannien außen vor, wo der Geheimdienst GHCQ gemeinsam mit der NSA in großem Stil Daten aus Glasfaser-Leitungen abfischen soll. Derzeit können die Daten zum Teil über verschiedene Kontinente fließen. Wie weit die Umsetzung dieser Überlegungen vorangekommen ist, bleibt bisher unklar. Es müssten viele Probleme geklärt werden, die von rechtlichen Fragen bis zu geschäftlichen Grundlagen reichen. Laut Konzernmanagern seien die technischen Vorbereitungen weniger aufwendig als bisher gedacht.

Bisher gibt es bereits das Projekt „E-Mail made in Germany“, bei dem die Deutschen Telekom, United Internet (Web.de und GMX) sowie Freenet die Nachrichten in nationalen Grenzen fließen lassen wollen.

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