Praktiker-Insolvenz:

Transfergesellschaft für Mitarbeiter soll kommen

Arbeitnehmervertreter und Insolvenzverwalter der Praktiker AG haben sich auf eine Transfergesellschaft geeinigt. Die Gläubiger müssen noch zustimmen. Ausgeschlossen sind 3000 geringfügig Beschäftigte.

"Alles muss raus": Der Ausverkauf in den Praktikermärkten hat bereits begonnen.
Stefan Sauer "Alles muss raus": Der Ausverkauf in den Praktikermärkten hat bereits begonnen.

Atempause für die Praktiker- Mitarbeiter: Die Einrichtung einer Transfergesellschaft für rund 4000 Beschäftigte der insolventen Baumarktkette ist aus Sicht der Gewerkschaft Verdi in greifbare Nähe gerückt. Verdi begrüßte am Mittwoch eine entsprechende Einigung von Arbeitnehmervertretern und Insolvenzverwaltung. Beide Seiten hatten sich am Dienstag in Erfurt über eine Auffanglösung verständigt. Der Gläubigerausschuss von Praktiker entscheidet jedoch ebenfalls mit. Verdi appellierte an die Mitglieder des Gremiums, der Transfergesellschaft zuzustimmen. Die Gläubiger tagen am 28. September.

900 Mitarbeiter haben Anspruch auf Transfer-Geld

"Die Mitarbeiter bekommen 75 Prozent ihres letzten Gehalts", sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller. Die Laufzeit der Transfergesellschaft staffele sich nach der Kündigungsfrist. Etwa 900 Mitarbeiter haben sechs Monate lang Anspruch auf das Geld, erklärte Scheller. 2500 bekommen die Leistung vier oder fünf Monate lang, die anderen für drei Monate. Diese Zeit sollen sie zur Qualifizierung und Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt nutzen.

Mini-Jobber schauen in die Röhre

Keinen Anspruch auf Geld aus der Transfergesellschaft haben laut Scheller dagegen die rund 3000 geringfügig Beschäftigten. Die Einigung beziehe sich nur auf Mitarbeiter der Tochtergesellschaften. "Über die Mitarbeiter in den Zentralen werden wir Anfang Oktober verhandeln", hatte die Betriebsratsvorsitzende Kerstin Schäfer bereits am Dienstag angekündigt. Hier sind nach Angaben Schellers 750 bis 800 Arbeitnehmer betroffen.

Die Vereinbarung für die rund 4000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei in langen, harten Verhandlungen und unter Zeitdruck geschlossen worden, berichtete Verdi. "Mit der Einrichtung dieser Transfergesellschaft kann nun verhindert werden, dass Tausende Menschen ab 1. Oktober in die Arbeitslosigkeit abgeschoben werden", sagte Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

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