Pro-Erdogan-Demonstration in Köln:

Türkei bestellt Gesandten der deutschen Botschaft ein

Der Streit um die Pro-Erdogan-Demonstration in Köln hat ein Nachspiel. In den deutsch-türkischen Beziehungen knirscht es immer lauter.

Mehrere Tausend Deutschtürken kamen zu einer Pro-Erdogan-Demonstration in Köln zusammen.
Oliver Berg Mehrere Tausend Deutschtürken kamen zu einer Pro-Erdogan-Demonstration in Köln zusammen.

Im Streit um die Pro-Erdogan-Demonstration in Köln bestellt das türkische Außenministerium den Gesandten der deutschen Botschaft in Ankara ein. Das bestätigten die deutsche Botschaft in Ankara und die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Botschafter Martin Erdmann ist im Urlaub außer Landes, daher nimmt der Gesandte - sein Stellvertreter - den Termin am frühen Nachmittag wahr.

Die türkische Regierung hatte scharfe Kritik daran geäußert, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sich am Sonntag nicht per Videoleinwand an die Demonstranten in Köln wenden durfte. Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin hatte das Verbot durch das Bundesverfassungsgericht inakzeptabel genannt und eine „befriedigende Erklärung“ Deutschlands verlangt.

30 000 bis 40 000 Menschen nahmen an Kundgebung teil

Gut zwei Wochen nach dem vereitelten Putsch in der Türkei hatten am Sonntag Zehntausende in Köln friedlich ihre Unterstützung für Erdogan demonstriert. Zugleich feierten sie die Niederschlagung des Umsturzversuchs. Eigentlich hatten die Veranstalter der Kundgebung in Köln geplant, Erdogan auf einer Großleinwand live zuzuschalten - dies war angesichts der aufgeheizten Stimmung aber verboten worden.

Nach Angaben der Polizei nahmen 30 000 bis 40 000 Menschen an der Kundgebung teil. Es gab mehrere Gegendemonstrationen. Zu den befürchteten Ausschreitungen kam es aber nicht. Die Polizei zog am Abend eine positive Bilanz. Im Einsatz waren 2700 Beamte, auch Wasserwerfer standen bereit.  

Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch von Mitte Juli verantwortlich. In der Türkei läuft seither eine von der Regierung so genannte Säuberungswelle gegen mutmaßliche Unterstützer Gülens im Militär, in der Polizei, den Medien, der Justiz und im Bildungswesen. Knapp 18 700 Menschen wurden festgenommen, gegen 10 137 ergingen nach Angaben Erdogans Haftbefehle. Die harten Maßnahmen wurden besonders aus der EU kritisiert.

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Kommentare (1)

Jetzt wird es höchste Zeit das die Regierung in Berlin den Türken mal sagt was Fakt ist und wir nicht eine Kolonie der Türkei sind. Wem es in diesem Land nicht gefällt kann sofort wieder in ihr Land gehen, wir haben niemenaden hierher gezwungen. Ihre Forderungen können sie in der Türkei stellen aber nicht hier. Man kommt sich ja vor wie ein Gast im eigenen Land wenn die Regierung nicht mal bald deutliche Worte findet. [...] Also warten wir mal ab was sich bis zu den Wahlen dahin noch ereignet. Man hat ja die freie Wahl der Partei... Der Kommentar wurde durch die Redaktion gekürzt. Bitte achten Sie auf die Nordkurier-Netiquette! http://www.nordkurier.de/content/nordkurier-netiquette.html