Fusion von O2 und E-Plus:

Übernahme hat kaum Auswirkung auf die Preise

Sollte E-Plus tatsächlich von O2 "geschluckt" werden, gibt es in Deutschland nur noch drei statt vier große Mobilfunk-Anbieter.  Die EU-Kommission meldet Bedenken an. Sie kann den Deal noch kippen.

Wenn die im Sommer eingefädelte Fusion zwischen O2 und E-Plus tatsächlich zustande kommt, wird ein Mobilfunk-Anbieter in Deutschland verschwinden. Die Auswirkungen auf den Verbraucher sind nur schwer abzuschätzen.
Fabian Stratenschulte Wenn die im Sommer eingefädelte Fusion zwischen O2 und E-Plus tatsächlich zustande kommt, wird ein Mobilfunk-Anbieter in Deutschland verschwinden. Die Auswirkungen auf den Verbraucher sind nur schwer abzuschätzen.

Die Liste der Mobilfunk-Anbieter in Deutschland erscheint auf den ersten Blick endlos: Aldi-Talk, Base, Congstar, discoTel, Edeka Mobil, Fonic. Mit den Mobilfunk-Markennamen kann man das Alphabet fast vollständig buchstabieren. Allein 53 Anbieter von PrePaid-Karten zählt das Fachportal teltarif.de. Doch diese Vielfalt täuscht. In Deutschland funken tatsächlich nur die vier Netze der Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und Telefónica (O2). Jede Discount-Marke kann einem dieser vier Netze zuordnet werden.

Künftig könnten es dann nur noch drei sein, denn O2 will den Rivalen E-Plus schlucken und zum größten Mobilfunkprovider in Deutschland aufsteigen. Zumindest bei den Kundenzahlen hätte Telefónica nach einer Übernahme die Nase vorn, beim Umsatz bliebe die Telekom Marktführer.

Der Milliarden-Deal machte 2013 immer wieder Schlagzeilen, auch weil es im Hintergrund um noch größere Übernahmeszenarien in der europäischen Telekommunikations-Industrie ging.

Bislang konnte die deutsche Mobilfunk-Landschaft in zwei Kategorien eingeteilt werden: Auf der einen Seite befinden sich die D-Netze Telekom und Vodafone. Sie haben im Zweifelsfall eine bessere Abdeckung als die Konkurrenz, sind dafür aber häufig teurer. Auf der anderen Seite stehen O2 und E-Plus, die bei den Tests der Mobilfunknetze oft die hinteren Plätze belegt haben, jedoch die Kunden mit vielen günstigen Tarifen locken.

Kommission befürchtet weniger Wettbewerb

Mit einer Fusion von O2 und E-Plus würden die Karten neu verteilt. Gemeinsam könne man ein Hochgeschwindigkeits-Netz mit guter Abdeckung liefern, das jeden Kunden zufriedenstellen werde, sagte eine Sprecherin von Telefónica Deutschland. Auch bei den Preisen würden sich für die Kunden keine Nachteile ergeben. „O2 und E-Plus sind bislang schon als innovativ bekannt.“ Auch nach einem Zusammengehen werde man neue Ideen umsetzen, von denen die Kunden profitierten. Die Monopolkommission warnt dagegen vor der geplanten Fusion der beiden Mobilfunkanbieter. „Wir stehen der Tendenz zu mehr Konzentration auf den Mobilfunkmärkten kritisch gegenüber“, sagte der Kommissionsvorsitzende Daniel Zimmer. Der Markt sollte nicht auf weniger als vier Anbieter verengt werden: „Bei einer derartigen Anbieterkonzentration kann es leichter dazu kommen, dass der Wettbewerb nachlässt.“

Auch die EU-Kommision, die den Deal kippen kann, meldete Bedenken an. Die obersten Wettbewerbshüter Europas entschieden, den Fall vertieft bis Mitte Mai zu prüfen. Die Fusion könne den Wettbewerb auf dem Mobilfunk-Markt empfindlich schwächen, erklärte die Kommission. Damit behält Brüssel den Fall in der Hand. Das Bundeskartellamt, das wegen der Bedeutung der Fusion für Deutschland einen Verweisungsantrag gestellt hatte, kommt wohl nicht zum Zuge. Auf jeden Fall dürften noch Monate bis zu einer Entscheidung vergehen.

Fusion bringt Tarife nicht ins Schwanken

Vor diesem Hintergrund sieht auch die Expertin Bettina Seute vom Fachportal teltarif.de bei der Netzqualität auf die Verbraucher im Jahr 2014 zunächst keine Änderungen zukommen. „Darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie der Zusammenschluss genau umgesetzt wird.“ Dabei gehe es nicht nur um die Frage, ob die Anbieter ihre Frequenzspektren behalten können oder Funklizenzen verlieren. Es spiele auch eine Rolle, wie die Funkzellen von O2 und E-Plus nach einer Fusion zusammenführt werden. Bei den Preisen erwartet die Expertin weder einen großen Anstieg der Preise noch eine nennenswerte Vergünstigung. „Die Preise sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem nach unten nicht mehr allzu viel möglich ist.“

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