Kommentar:

Vertreter der Staatsmacht gehören kontrolliert

In den Polizeizellen am Hauptbahnhof Hannover sollen sich schlimme Szenen abgespielt haben. Ein Bundespolizist wird verdächtigt, Flüchtlinge gequält zu haben. Für Nachrichtenchef Marcel Auermann ein widerwärtiger Vorfall.

Wegen Misshandlung von Flüchtlingen im Polizeigewahrsam ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen einen Bundespolizisten. Der 39-Jährige soll in mindestens zwei Fällen inhaftierte Männer aus Afghanistan und Marokko gequält und gedemütigt haben
Holger Hollemann Wegen Misshandlung von Flüchtlingen im Polizeigewahrsam ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen einen Bundespolizisten. Der 39-Jährige soll in mindestens zwei Fällen inhaftierte Männer aus Afghanistan und Marokko gequält und gedemütigt haben

Polizisten üben Tag für Tag einen verantwortungsvollen Job aus, der ihnen viel abverlangt, sie in viele Zwickmühlen bringt und die Beamten müssen innerhalb weniger Sekunden weitreichende Entscheidungen treffen. Doch zu keinem Zeitpunkt dürfen sie vergessen, dass sie Menschen sind, die Menschen gegenüberstehen. Dass sie keine Götter sind, die völlig realitätsfremd und fernab rechtsstaatlicher Prinzipien über andere herrschen. Allein dieser ungeheuerliche, unerhörte, unbegreifliche Verdacht, der nun im Raum steht, führt auf entrüstende Art und Weise vor Augen, wie rüde und brutal es dann und wann in den Amtsstuben zugeht. Doch Dienststellen dürfen keine Räume mit eigenen Gesetzen und Regeln sein.

Dass dieser verstörende Vorfall vermutlich ein Jahr zurückliegt, macht die Sache nicht besser. Eher schlimmer. Ein Jahr lang schweigen. Ein Jahr lang trugen viele ein menschenverachtendes, widerwärtiges Geheimnis mit sich herum, deckten einen Kollegen, der bereits wegen anderer Delikte aufgefallen sein soll. Eine Subkultur der Unmöglichkeit. Es scheint unter Polizisten kaum ein Unrechtsbewusstsein vorzuherrschen.

Schon lange, aber jetzt erst recht, braucht es unabhängige Kontrollinstanzen – auch für uniformierte Vertreter der Staatsmacht. Weil sie eben nicht über Verfehlungen erhaben sind. Nur wer mit eigenen Problemen hart ins Gericht geht, sich selbstkritisch betrachtet, erhält von den Bürgern das immens wichtige Vertrauen, ohne das die Polizei nichts wäre und unsere Gesellschaft aus den Angeln gehoben würde.

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Kommentare (2)

Der Nordkurier übernimmt hier bedenkenlos die Meldungen von DPA pp. Die Medien suggerieren dem unbedarften Leser,dass ihre Meldungen exklusive wären. All diejenigen,die bereits wieder den Beamten verurteilen,rufe ich zu einmal eine Woche Nachtschicht auf einer Schwerpunktdienststelle zu machen. Vor einiger Zeit,wurde auch hier über einen Mord in einer Asylunterkunft berichtet,die Täter waren von den Medien und Freunde der Flüchtlinge schnell gefunden. Die Polizei wurde massiv kritisiert .Nach kurzer Zeit wurde der wahre Täter ermittelt. Es war ein Asylbewerber. Warum der Afghane in Hannover in der Zelle saß,wurde auch nicht hinterfragt. Wer keine Straftat pp begangen hat,landet nicht so schnell in einer Polizeizelle. Wäre der angeblich misshandelte jemand aus der Drogenszene gewesen,hatte keiner darüber berichtet. Ausländer müsste man sein,dehnen glaubt man alles und sie bekommen dann die gewünschte Aufmerksamkeit.

Sehr geehrter Herr Schubert, unsere Texte und auch der Kommentar sind an den entsprechenden Stellen im Konjunktiv gehalten. Es findet also keine Vorverurteilung oder Tatsachenbehauptung statt, wo die Fakten noch nicht sicher sind. Und der Fall einer schweren Quälerei und des Missbrauchs wäre beileibe nicht weniger entrüstend, wäre ein Drogenabhängiger oder welcher Mensch auch immer der Betroffene. Mit freundlichen Grüßen, Marcel Auermann, Mitglied der Chefredaktion