Ärger bei Europas größtem Autobauer:

VW ruft Millionen Autos in die Werkstätten

Mehr als 2,6 Millionen Autos muss Volkswagen in die Werkstätten holen. Die einzelnen Probleme sind nur klein – aber die Masse könnte den Rückruf teuer machen. Dabei hatte sich VW gerade erst einen Sparkurs verordnet.

Europas größter Autobauer Volkswagen sieht sich mit einem der größten Rückrufe in der Konzerngeschichte konfrontiert.
Julian Stratenschulte Europas größter Autobauer Volkswagen sieht sich mit einem der größten Rückrufe in der Konzerngeschichte konfrontiert.

Mit dem womöglich größten Rückruf in der Unternehmensgeschichte holt Volkswagen auf einen Schlag mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Weltweit gibt es Qualitätsprobleme bei den fünf absatzstärksten Marken des Konzerns, darunter VW-Pkw und Audi. Allein 800 000 Exemplare des VW Tiguan sollen wegen Reparaturen am Licht in die Werkstätten, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Dazu bietet das Unternehmen einen Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetrieben (DSG) an, die mit synthetischem Öl laufen. Ein Sprecher sagte, es gehe dabei um insgesamt 1,6  Millionen Autos, auch bei den Töchtern Seat und Skoda.

Außerdem ruft die VW-Nutzfahrzeugtochter 239 000 Amarok-Modelle wegen möglicher Lecks an Kraftstoffleitungen zurück. Die undichten Stellen könnten kein Feuer auslösen, betonte ein Sprecher. „Es riecht aber sehr streng.“ In Deutschland trifft der Rückruf 12 359 Exemplare des Offroaders. Der Rückruf gelte für alle bis Juni dieses Jahres gebauten Pick-ups.

Mangelhafte Sicherung kann zu Lichtausfall führen

Bei der kompakten Geländelimousine Tiguan sind die Fahrzeuge mit Baudaten von Anfang 2008 bis Mitte 2011 betroffen. Allein in Deutschland gehe es um knapp 150 000 Wagen. Auslöser ist eine mangelhafte Sicherung, die zum teilweisen Ausfall des Lichts führen kann. Volkswagen betonte, dass kein Komplettausfall drohe.

Ob es sich bei dem Rückruf um den größten in der VW-Geschichte handele, wollte ein Konzernsprecher auf Nachfrage nicht näher sagen. Doch schon die 1,6   Millionen DSG-Wagen dürften darauf hindeuten. Für ähnliche Größenordnungen muss man länger im Archiv suchen: Vor gut zehn Jahren hatte VW wegen Frostschäden an Aluminiummotoren mehr als eine Million Autos zurückgerufen – schon damals erwischte es auch die Schwestermarken Seat und Skoda. Nur Wochen später waren 850 000 andere Motoren von Volkswagen und Audi betroffen.

Die Ursachen im aktuellen Fall dürften indes nur zu einem Teil direkt bei Volkswagen liegen. In Konzernkreisen hieß es, die Probleme mit den Tiguan-Sicherungen sowie den Benzinleitungen beim Amarok seien auf Fehler bei Zulieferern zurückzuführen. Bei den DSG-Systemen stehe indes VW selbst in der Pflicht – es ist eine Eigenentwicklung.

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