USA und Russland einigen sich:

Waffenruhe in Syrien

Hunderttausende Tote, Millionen von Flüchtlingen. Doch endlich gibt es Hoffnung auf eine Lösung des Syriens-Konflikts.

Von der Stadt Aleppo steht nicht mehr viel. Umso mehr hoffen große Teile der Welt auf die Waffenruhe in Syrien.
Michael Alaeddin Von der Stadt Aleppo steht nicht mehr viel. Umso mehr hoffen große Teile der Welt auf die Waffenruhe in Syrien.

Von Montag an sollen im syrischen Bürgerkrieg die Waffen schweigen: Die USA und Russland haben sich auf einen Plan zur Durchsetzung der Waffenruhe sowie für eine politische Lösung des seit mehr als fünf Jahren anhaltenden Konflikts geeinigt.

Zudem wollen sie in Syrien militärisch kooperieren, wie US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow in der Nacht zum Samstag nach langwierigen Verhandlungen in Genf bekanntgaben. Die Feuerpause soll mit Sonnenuntergang am 12. September parallel zum Auftakt des islamischen Opferfests beginnen.

Militärische Kooperation geplant

Ein Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der syrischen Opposition sagte, das HNC würde das Abkommen unterstützen, wenn auch die Soldaten des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad die Kampfhandlungen einstellen würden.

Sieben Tage nach Beginn der Waffenruhe wollen beide Staaten - sofern sie tatsächlich eingehalten wird - mit einer militärischen Kooperation zur Bekämpfung von Terrorgruppierungen wie Al-Nusra, Islamischer Staat (IS) und Al-Kaida in Syrien beginnen, erklärte Kerry.

"Zu viele Spieler" für eine Garantie auf Frieden beteiligt

Lawrow fügte hinzu, Washington und Moskau hätten sich auf Gebiete geeinigt, in denen beide Länder künftig gegen Terroristen vorgehen. Abgesprochen wurde nach Angaben beider Minister auch ein Austausch von relevanten Geheimdienstinformationen sowie die Abstimmung von Angriffszielen.

Zu den Erfolgsaussichten bei der Umsetzung der Übereinkunft meinte Lawrow: Niemand könne eine 100-prozentige Garantie geben, da „zu viele Spieler“ beteiligt seien.

Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, begrüßte die Vereinbarungen ausdrücklich. Den USA und Russland sei es gelungen, einen klaren Plan für eine Waffenruhe auszuhandeln. UN-Organisationen stünden bereit, sofort Hilfsgüter für Hunderttausende Syrer in belagerte Regionen zu liefern, sobald die Waffenruhe beginne. Für die syrische Bevölkerung gebe es endlich wieder Hoffnung.