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Wahlk(r)ampf im Mantel der Wissenschaft

Für Lutz Schumacher, Chefredakteur des Nordkurier, erweisen die Autoren der Studie dem Zusammenwachsen in Deutschland einen Bärendienst.

Iris Gleicke, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, hat am 18.05.2017 in Berlin eine Studie des "Göttinger Instituts für Demokratieforschung" zu "Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland" vorgestellt.
Maurizio Gambarini Iris Gleicke, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, hat am 18.05.2017 in Berlin eine Studie des "Göttinger Instituts für Demokratieforschung" zu "Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland" vorgestellt.

„Meine wichtigste Aufgabe besteht zweifellos darin, mich für die Interessen Ostdeutschlands einzusetzen“, schreibt Iris Gleicke auf ihrer Internetseite. Die sogenannte Ost-Beauftragte der Bundesregierung hat offenbar eine merkwürdige Auffassung davon, wie man sich für seine Heimat einsetzt – indem man sie nämlich vorsätzlich schlecht redet. Schon im Herbst fiel die SPD-Dame mit einer hanebüchenen Rechnung auf, nach welcher Mecklenburg-Vorpommern das fremdenfeindlichste Bundesland der Republik sei. Nun legt sie nach und lässt durch eine „Studie“ behaupten, der Osten sei anfälliger für Nazi-Parolen.

Grundlage des ideologischen Machwerks sind knapp 40 (!) Interviews. Wohlgemerkt allesamt im Osten – und auch nicht etwa mit Bürgern, sondern mit Funktionsträgern, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Das also soll der Beweis für den braunen Osten sein. Man kann nur mit dem Kopf schütteln, was einem alles als wissenschaftliche Erkenntnis untergejubelt werden soll.

Leider hat Frau Gleicke mit ihrem Ost-Bashing auch noch „Erfolg“. Die meisten deutschen Medien folgen ihr kritiklos, passt dieses Papier, das nebenbei auch noch die CDU für das „Nazi-Problem“ verantwortlich macht, doch ins gerne gepflegte Vorurteil, der Osten bestehe im Wesentlichen aus Nazis und Fremdenhassern.

Ist das jetzt ein verzweifelter Wahlkampftrick der West-SPD? Man weiß es nicht. Dem Osten und dem Zusammenwachsen in Deutschland erweist dieses Getöse jedenfalls einen Bärendienst. Und übrigens auch dem Kampf gegen Rassismus.

Den Beitrag zur Studie finden Sie hier.

Kommentare (9)

Als Leser des Nordkuriers muss man kein Bevölkerungswissenschaftler sein, um zu Fragen, ob 40 Interviews in bundesweit bekannten Regionen mit massiven geistigen und körperlichen Auseinandersetzungen mit dem Thema Migration, für das sog. Ostdeutschland repräsentativ , das bedeutet komplett übertragbar sind. 40 Interviews in Dortmund-Nord, Herne oder Koblenz-Lützel - die Bürgermeister dürfen mir verzeihen- würden in dieser Analogie ein Bild für das sog. Westdeutschland ergeben. Hätte ich diese Studie als Hochschullehrer zu beurteilen, wurde zumindest der Ergebnistransfer massiv zu Punktabzug führen. Wenn nicht sogar das Scheitern bedeuten. Mögen die 40 Interviews methodisch korrekt erfolgt sein.

Der ostdeutsche Rechtsextremismus ist aggressiver in der Eigenwerbung und im öffentlichen Erscheinungsbild. Der Rechtsextremismus im Westen Deutschlands ist latent und subtil und somit nicht ungefährlicher. Für die ostdeutsche Studie müssen ausschliesslich Erfurt, Freital und Heidenau herhalten. Zuerst habe ich gedacht bei 40 Interviewten könnten es ca. 15-20 Kommunen sein.

Das wurde wieder akkurat durchgeplant, um das Ergebnis von Anfang an in die gewünschte Richtung zu drücken. Die doch so bösen Ossis. Rechtsradikal bis auf die Knochen. Die in der Diktatur DDR schon in der Schule dazu erzogen wurden.Diese Stänkerei wird erst Enden wenn der letzte ex DDR Bürger auf dem Friedhof liegt. Gabriel hat das gemeine Volk schon als Pack bezeichnet und gemeint hat er uns Ossis.

Gabriel hat einen bestimmten fremdenfeindlichen Mob als " Pack" bezeichnet. Nicht das gemeine Volk und nicht die Ossis. Nur zur Klarstellung.

Sehr geehrter Herr Schumacher, Ihr Kommentar zur Rechtsextremismus-Studie "Wahlk(r)ampf im Mantel der Wissenschaft" ist von herausragender Qualität mit präziser und prägnanter Deutlichkeit. Leider: Voraussichtlich wird Ihr Kommentar von Frau Iris Gleicke nicht gelesen, und wenn doch, es wird sie nicht jucken. Aber für uns Leser des NK war es wichtig zu erfahren, wo unser Blatt einzuordnen ist, getreu dem Text "Sag mir, wo Du stehst,...."

Die durch die Amerikaner umerzogenen Westdeutschen wollen uns Ossis den Spiegel vorhalten? Wir sind nicht ausländerfeindlicher geworden. Es sind vielmehr die Wessis, die sich verändert haben und ausländerfreundlicher wurden. Paradox, dass sie uns nun die Schuld dafür geben wollen, dass wir deutsch gebliebenen sind.

Das heißt, Sie geben dem Ergebnis der Studie recht?

Wo steht die Schuldfrage in dieser Studie? Die Ostbeauftragte ist geborene und in der DDR aufgewachsene Ostdeutsche, die einem Göttinger Institut (Niedersachsen) einen Auftrag angeboten hat. Schlimm genug, dass die Teilung Deutschlands immer noch nicht überwunden ist (Ostbeauftragte, Wessi, Ossi, Vorpommern-Staatssekretär). Über das Lohngefälle West-Ost regt sich selten ein Ostdeutscher auf, stattdessen über Asylanten und Flüchtlinge. Ostdeutsche kriegen es mehrheitlich nicht gebacken, die wirklich wichtigen Alltagsthemen öffentlich zu machen. Was geht mich das Kopftuch auf der Straße seit 2015 an, wenn in der Brieftasche seit 1990 Leere herscht? Man sollte die staatlich verordnete Verblödung der Ostdeutschen seit 1990 kritisieren, deren Auffangbecken der Rechtsextremismus ist. Ab Satz 3 bitte nicht persönlich nehmen, das ist allgemein.

in der Schule haben wir es gelernt - das Sein bestimmt das Bewusstsein - Sprache Denken Dialektik, wenn Politik von den ,,Regierungsparteien,, unter Beihilfe von Außenpolitik Presse Bildung Mainstream usw. selbstgefällig auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner mit dem Wahlvolk geführt wird, was soll dabei herauskommen, es weckt oppositionelle Energien Andersdenkender und spaltet die Bevölkerung - in einem pol. verwaltetem unterdrücktem Deutschland - und das in D im 21. Jh - ein NOGO!!!