Bundestagswahl am 22. September:

Wahlprogramme oft unverständlich

Mit ihren Programmen überfordern die Parteien viele Wähler – sprachlich gesehen. Doch es gibt auch verständliche Versionen.

Sie sind nicht zu übersehen: Wahlplakate künden allerorts von den bevorstehenden Bundestagswahlen. Foto: Jörg Carstensen
Jörg Carstensen Sie sind nicht zu übersehen: Wahlplakate künden allerorts von den bevorstehenden Bundestagswahlen. Foto: Jörg Carstensen

Die Wahlprogramme der Parteien sind nach Einschätzung von Sprachforschern in weiten Teilen unverständlich. Dazu trügen lange und verschachtelte Sätze, Fremdwörter, Fachbegriffe und Anglizismen bei, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. „Kein einziges Programm ist richtig verständlich“, sagt Institutsleiter Frank Brettschneider. Allerdings haben die Parteien neben den Originaltexten auch Versionen in „leichter Sprache“ parat.

Im Vergleich zu den Programmen zur Wahl 2009 habe die Verständlichkeit bei der FDP, den Grünen und vor allem der SPD abgenommen, sagen die Sprachforscher mit Blick auf die Originale. Nur den Linken und der Union attestierten die Forscher leichte Verbesserungen. „Insgesamt hat sich die Verständlichkeit der Programme seit 2009 verschlechtert“, so Brettschneider.

Mittlerweile haben etwa CDU/CSU, SPD, Grüne und Piraten ihre Wahlprogramme für die Bundestagswahl in eine einfache Sprache übersetzen lassen. Die Union erklärt beispielsweise ihre Haltung zum Thema Mindestlohn mit den Worten: „Wir wollen einen Mindestlohn. Das heißt: Für eine bestimmte Arbeit muss man mindestens einen bestimmten Lohn bekommen. Der Mindestlohn muss festgelegt werden. In einem Vertrag. Das nennt man Tarifvertrag. Oder in Regeln. Damit man sich darauf verlassen kann.“ Bei der SPD heißt es unter dem Stichwort Mindestlohn im „Einfache-Sprache“-Text: „Alle sollen mindestens 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Mit weniger kommen die Menschen nicht aus. Wer arbeitet, muss genug Geld für Essen, Miete und Strom haben.“

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