Pegida feiert sich selbst:

Warnung vor Hetze und Sorge wegen Gewalt

Das fremdenfeindliche Pegida-Bündnis wird für Stimmungsmache und Hetze gegen Flüchtlinge und ihre Helfer verantwortlich gemacht. Nicht erst seit dem Attentat von Köln ist klar, welche Folgen eine Radikalisierung haben kann.

Jan Woitas Die Radikalisierung im Umfeld von Pegida sehen viele Bürger mit Sorge. Während Pegida sich selbst feiert, wünschen sich diese Menschen ein "Dresden ohne Hass und Hetze".

Zum Jahrestag des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden haben Politiker und Verbände vor Hass und Hetze in der Asyldebatte gewarnt. "Wer Galgen und Hitlerbärten hinterher läuft, für den gelten keine Ausreden mehr", sagte Justizminister Heiko Maas (SPD) am Montag in Berlin. "Pegida sät den Hass, der dann zur Gewalt wird." Zugleich war die Sorge groß, dass es am Rande der Dresdner Pigida-Kundgebung und mehrerer Gegendemonstrationen zu Gewalt kommen könnte. Bis zu 20 000 Menschen wurden erwartet.

Maas betonte, die Hetze der Organisatoren sei ein Ansporn für alle Demokraten, umso entschiedener für eine offene und tolerante Gesellschaft einzutreten: "Deutschland ist bunter, als uns die Schwarzmaler von Pegida vormachen wollen."

"Pegida ist das hässliche Gesicht Deutschlands", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. "Ein Jahr Pegida ist für mich ein Jahr zu viel." Die Organisatoren der Bewegung seien Demokratiefeinde und geistige Brandstifter. In der Atmosphäre, die die Gruppe schaffe, fühle sich mancher zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte ermutigt. Das alles sei nicht hinnehmbar.

Fahimi sagte, auch das Attentat auf die Kölner Sozialdezernentin und OB-Kandidatin Henriette Reker sei im Zusammenhang mit dem vergifteten Klima zu betrachten, das Rechte in Deutschland organisierten. Andersdenkende abstechen zu wollen, sei ekelhaft. Das Attentat sei ein Angriff auf die Demokratie.