Reform der Verkehrssünderkartei:

Warnweste im Auto wird zur Pflicht

Alles neu macht der Mai - auch in Flensburg: Die Verkehrssünderkartei wird dann umstrukturiert, Punkte für Verstöße werden nach einem neuen System Autofahrer zugeordnet. Es kann teurer werden.

Bislang nur in Dienstfahrzeugen Pflicht – aber ab 2014 gehört in jedes Auto mindestens eine Warnweste.
Franziska Koark Bislang nur in Dienstfahrzeugen Pflicht – aber ab 2014 gehört in jedes Auto mindestens eine Warnweste.

Mit der Reform des Punktesystems für Verkehrssünder werden auch auch einige Bußgelder deutlich erhöht – zum Beispiel fürs Telefonieren mit dem Handy am Steuer. Und wer noch keine Warnweste im Wagen hat, muss sich spätestens bis Juli mindestens eine zulegen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Punktereform:

Ab dem 1. Mai wird in Flensburg neu gerechnet, dann gilt das reformierte Punktesystem für Verkehrsdelikte. „Verstöße werden künftig je nach Schwere mit 1 bis 3 Punkten geahndet, statt wie bisher mit 1 bis 7 Punkten. Dafür ist der Führerschein nach 8 statt 18 Punkten weg“, nennt Volker Lempp vom Auto Club Europa (ACE) wesentliche Änderungen. Punkte für einzelne Delikte verjähren künftig für sich – unabhängig von neuen Eintragungen. Das dauert zweieinhalb Jahre (Delikte mit einem 1 Punkt), fünf Jahre (2 Punkte) oder zehn Jahre (3 Punkte).

Die Möglichkeit zum freiwilligen Punkteabbau bleibt: „Verkehrssünder mit höchstens fünf Punkten können einmal innerhalb von fünf Jahren durch die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar einen Punkt loswerden“, erklärt ACE-Verkehrsrechtsexperte Lempp. Bestehende Punkte werden automatisch umgerechnet. Die Auskunft über den neuen Punktestand nicht muss beim beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragt werden. Das Formular findet sich auf der Homepage des KBA, die Auskunft ist kostenlos.

Bußgelder:

Einige Verstöße kommen Verkehrssünder ab Mai teurer zu stehen. So werden nach ACE-Angaben beispielsweise Handytelefonate am Steuer, Fahren mit Sommerreifen bei Schnee und Eis oder das Missachten der Kindersicherungspflicht künftig mit 60 statt 40 Euro geahndet. Wer sich der Anweisung eines Polizisten widersetzt, zahlt 70 statt 50 Euro. Für all diese Delikte gibt es außerdem einen Punkt.

Ohne Punkt, aber mit höherem Bußgeld bestraft werden unter anderem unberechtigtes Befahren einer Umweltzone (80 Euro) sowie Verstöße gegen die Kennzeichen-Vorschriften (bis 65 Euro) oder gegen eine Fahrtenbuchauflage (60 Euro).

Warnwestenpflicht:

Ab dem 1. Juli gehört in jedes Auto mindestens eine Warnweste. Sie muss die Europäische Norm ISO 20471 erfüllen und entsprechend gekennzeichnet sein, erklärt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). „Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Staaten hinkt Deutschland bei der Einführung der Warnwestenpflicht hinterher: Hierzulande gilt sie bisher nur für dienstlich genutzte Fahrzeuge.“ Rademacher empfiehlt, nicht nur eine, sondern Warnwesten für alle Insassen griffbereit ins Auto zu legen – etwa unter die Sitze. Motorräder sind von der Pflicht ausgenommen.

Kfz-Steuer:

Für alle Autos, die 2014 erstmals zugelassen werden, gilt eine niedrigere Freigrenze beim CO2-basierten Anteil der Kfz-Steuer, den es seit 2009 gibt. Der Grenzwert sinkt von 110 auf 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer, weist der Bund der Steuerzahler hin. Für jedes Gramm CO2 mehr werden zwei Euro berechnet. Der hubraumabhängige Steueranteil bleibt gleich: Je angefangene 100 Kubikzentimeter fallen 2 Euro für Benziner und 9,50 Euro für Diesel an. Die Steuerbefreiung von maximal 150 Euro für Dieselfahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 6 entfällt zum 1. Januar 2014.

Reifendruckkontrolle:

Ab November 2014 müssen alle Neuwagen mit einem automatischen Kontrollsystem für den Reifendruck ausgestattet sein. Der ACE-Verkehrsrechtsexperte Volker Lempp hält diese Regelung für eine sinnvolle Vorschrift zur Verbesserung der Verkehrssicherheit: „85 Prozent aller Reifenplatzer sind auf schleichenden Druckverlust des Pneus zurückzuführen.“

So werden die Punkte umgerechnet:

Wenn am 1. Mai 2014 das neue Punktesystem für Verkehrssünder in Kraft tritt, werden bestehende Einträge automatisch wie folgt umgerechnet:1-3 Punkte = 1 Punkt4-5 Punkte = 2 Punkte6-7 Punkte = 3 Punkte8-10 Punkte = 4 Punkte11-13 Punkte = 5 Punkte14-15 Punkte = 6 Punkte16-17 Punkte = 7 Punkte18 oder mehr Punkte = 8 PunkteAlte Punkte für Delikte ohne Verkehrsgefährdung werden gelöscht. Dazu zählt beispielsweise das Befahren einer Umweltzone ohne erforderliche Schadstoffplakette.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung